Tatsächlich scheint doch wieder die Sonne von einem nahezu blauen Himmel. Und es ist sogar noch wärmer als gestern. Hatte der Wetterbericht ja auch angekündigt und behält auch tatsächlich Recht.

Ich nutze ausgiebig die sanitären Möglichkeiten – Dusche geht hier nach Verbrauch per Tally-Card. Allerdings gibt es nur eine Einheitstemperatur und die Dusche läuft solange wie das Guthaben der Tally-Card reicht. Mit anderen Worten: Keine Armatur. Etwas ungewöhnlich, spart aber Kosten bei der Installation und vor allem kann nichts kaputt gehen.
Nach dem Frühstück staue ich die Fahrräder aus und wir begeben uns auf eine Einkaufstour. Zunächst beim Super Brugsen die Preise checken, dann zu Netto und wieder zurück zum Brugsen. Dabei hat die Strasse so eine lange Steigung. Mit dem Elektroantrieb unserer Brompton-Räder fährt sich das aber superleicht.
Zum Abschluss der Lebensmittelbeschaffung dann noch Schollen-Filets beim Fischhöker am Hafen.
Fahrräder wieder einstauen, Kuchenbude abbauen, Kletje und Vorsegel-Sonnenverhüterli abbauen und auslaufen. Nee vorher noch Wasser bunkern.
Der Wind hat mittlerweile auf südöstliche Richtung gedreht und wir können mal wieder am Wind segeln.

Leider dauert dieser Zustand nur eine Stunde. Dann ist der Wind weg und wir motoren. Kurz vor der Hafeneinfahrt kommt dann noch einmal kurzfristig mehr Wind, aber nun bleiben die Segel unten. Schon in Haderslev sollte ich den Schlauch einmal ins Cockpit halten. Das habe ich mit, „ich will nachher das Cockpit schrubben“ abgelehnt. Heute soll das nun unterwegs passieren, aber erstmal können wir ja segeln. Als Elske das beim Motoren vor dem Hafen einfordert (sie möchte nur einmal den Dreck weggespült haben und gar nicht, dass großartig geschrubbt wird), streikt die Seewasserpumpe im Achterschiff und ich krieg sie erst im Hafen zum Laufen. Nächstes Mal muss ich wohl gleich Kleinbei geben. Kommentar der Bordfrau „Hoffentlich“!!!
Irgendwie ist unser Anleger nicht so toll. Ich bekomme achtern keine Leine über die Pfähle. Ist aber nicht so schlimm, da wir mit der Nase ziemlich im Wind liegen. Mit Hilfe des Schlauchbootes bringe ich dann die Achterleinen aus. Ist schon ganz hilfreich, das Teil immer hinterher zu schleppen.
Hafengeld wird hier nicht mehr per Automat bezahlt sondern über die App Harba. Und der weißbemützte Hafenkapitän ist entweder noch nicht im Sommereinsatz oder wurde eingespart.
Zum Abendbrot gibt es (wieder) Schollenfilets mit Pellkartoffeln und Dill-Dipp sowie Gurkensalat-Deko. Da die Gefahr besteht, dass es heute Nacht – und ziemlich sicher morgen Mittag – regnen soll, wird nach dem Abendbrot Büdchen gebaut. Da es etwas frischer geworden ist, ist es so auch gleich gemütlicher

Ansonsten SKANDAL!!!! Keine Korkenzieher an Bord. Wie konnte das passieren? Vermutlich ist er bei einer der geleerten Flaschen irgendwann mal an Land geblieben. Nun bislang habe ich Rotwein aus dem Sack und Elske keinen Weißwein getrunken. Daher ist das nicht weiter aufgefallen. Gott sei Dank kann der Notstand mit Hilfe unserer österreichischen Nachbarn aus Wien behoben werden. Da muss ich dann wohl bei nächster Gelegenheit einen Korkenzieher käuflich erwerben.


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