Die Mjelsvig ist ja wirklich ein schönes Fleckchen Erde, aber sie wird für mich leider auch immer mit dem Stichwort „Fliegen“ verbunden sein. 20 Minuten nach 5 lässt mich der erste Sturzflugbrummer aus den tiefsten Träumen hochschrecken. Gefolgt von einem Leisetreter, der sich immer mal hier oder da auf mir nieder lässt. Bis 10 vor 6 habe ich beiden ein Bootsbegräbnis verpasst, aber die Nummer 3 im Bunde kriege ich nicht zu fassen. Ich versuche mich in Fortsetzung meiner Nachtruhe, aber um 20 vor 7 gebe ich entnervt auf und fange an zu lesen. Bis sage und schreibe 8:05 ist Ruhe und als ich denke, vielleicht sollte ich doch noch mal ein Auge Schlaf riskieren, geht das Theater wieder los. Um kurz vor ½ 9 stehe ich entnervt auf.
Wir nehmen noch einmal den Brötchenservice in Anspruch und frühstücken gemütlich in der Sonne.
Nach dem Frühstück klart Elske unter Deck und ich an Deck auf. Ich hatte gestern Abend ausbaldowert, dass unsere Fahrzeit bis zur Brücke in Sønderborg 2 Stunden 20 beträgt, eventueller Strom nicht berücksichtigt. Daher lege ich um 10:00 Uhr ab. Dann haben wir eine Reserve drin, falls wir Strom von vorne haben.
Hier ist jetzt aber richtig viel Verkehr. Segler unter Segeln, Segler unter Motor, Motorboote aller Größen. Und alles von vorn und von achtern.
Da wir etwas zu schnell sind, nehmen wir etwas Gas weg und fahren mit vier Knoten durch den Alsen Sund. An Segeln ist nicht zu denken. Irgendwas zwischen zwei und drei m/s und das auch noch von vorn. Vor der Brücke müssen wir noch ein paar Minuten ausgekuppelt warten und fahren dann als drittes Schiff durch die Brücke.
Vor dem Sønderborg Slot liegt die königliche Yacht. Ob der König im Schloß anwesend ist?

Da das Bunkern in der Ecke im Yachthafen immer so blöd ist, nehmen wir die Tankstelle am Westufer. Laut Anzeige 18,59 Dkr pro Liter. Ein Däne von einem Motorboot nimmt uns die Leinen an und wir tanken 25,35l für 422,08 Dkr.
Moment mal, das sind dann doch aber 16,65 DKr pro Liter. Und das steht auch auf der Quittung. Also stimmt die Anzeige an der Zapfsäule nicht. Naja, macht ja nix 😊. Hätte schlimmer kommen können.
Im Yachthafen gestaltet sich die Suche nach einem Liegeplatz recht schwierig. Viele 3,20 m breite Boxen mit einem roten Schild. Am letzten Steg finden wir dann eine grüne 3,20m Box. Die von mir eigentlich präferierten 2,8m-Boxen sind nirgends frei. Hier wird nämlich nicht nach Schiffslänge sondern nach Schiffsbreite bezahlt. Als wir bei unserer Liegeplatzsuche durch die Gassen fahren, winkt uns Nicole von „Seabully“ im Hamburger Yachthafen zu und unser Hafenmeister Sven lässt sich nicht dazu bewegen, das rote Schild neben seinem Liegeplatz mal eben auf grün umzudrehen.
Wir zahlen Hafengeld und Elske holt uns am Obst- und Gemüsestand schnell eine Schale Erdbeeren. Hier kann man auch schon wieder mit € bezahlen, was wir gerne in Anspruch nehmen, weil wir nicht mehr genügend dänische Münzen haben.
Es ist fast unerträglich warm und auch etwas schwül. Unser Windsack bringt zumindest unter Deck etwas Erfrischung.

Während ich die Fahrräder ausstaue, damit wir abendbrottechnisch eine Einkaufsfahrt machen können, bezieht sich der Himmel im Westen und es grummelt durchgehend


Also schnell Bude bauen und abwarten. Es kommen auch einige wenige Tropfen von oben aber das Gewittergebiet zieht laut dem Radarbild vom DMI westlich von uns gen Norden.

Als sich die Situation beruhigt hat machen wir uns auf den Weg in die Stadt und kaufen bei Netto fürs Abendbrot ein. Alles Weitere dann morgen, da wir ob der Windvorhersage – wir hatten heute über UKW schon eine „Gale warning“ – am Sonnabend unseren 26. Hafentag einlegen werden. Außerdem haben wir Butter gekauft und wenn wir jetzt durch Borgen bummeln wird sie zu Soße.
Zum Abendbrot gibt es dann Porree in Käse-Sahne-Soße mit Salzkartoffeln und Würfelschinken. Da die bordeigenen Kartoffeln doch etwas wenig erscheinen laufe ich noch einmal zum Gemüsestand und besorge Nachschub.

So langsam nimmt der Wind dann schon mal zu und es fängt schon an, in den Masten und Wanten zu jaulen.
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