Heute Morgen ist es doch noch wieder ganz schön frisch, aber eben schön. Wir frühstücken ausgiebig im Cockpit und machen einen Abschlußbesuch oben in Grillzelt.
Vorher kriegte ich eine Exclusivführung auf der „Maren“. Nachdem ich gestern schon die abenteuerliche Geschichte der Renovierung gehört hatte, war ich natürlich neugierig und ganz begeistert von dem urigen Innenleben.
Los geht’s und in der Einfahrt kommen wir etwas aus der Peilung, baggern etwas Schlick und brauchen einen Moment, bis „Ratokker“ den richtigen Weg nach Brunsbüttel findet. Vor der Schleuse warten schon reichlich schleusenwillige Sportboote, überwiegend unsere holländischen Nachbarn. An diesem Wochenende ist nur eine große Schleuse in Betrieb, was dazu führt, dass mehrere Dampfer vor der Schleuse ankern. Das haben wir auch noch nicht erlebt. Es wird allerhöchste Zeit, dass die dritte große Schleuse fertig wird. Wir können nach relativ kurzer Wartezeit nach einem kleinen Tankschiff in die kleine Nordschleuse einlaufen.

Den Anfang macht ein großes holländisches Motorboot, dass in Schleichgeschwindigkeit an dem Dampfer vorbeikriecht. Nach 2 weiteren Yachten macht ein fetter Katamaran den Weg in die vordere Schleusenkammer dicht und nimmt allen dahinter die Möglichkeit, vorne noch Päckchen zu bilden. Hauptsache ich bin drin. So was Bescheuertes! Wäre es nicht ein Hollandsmann gewesen, hätte ich bestimmt ein paar passende Worte dazu verloren.

Hinter uns stapelten sich daraufhin die Boote und an unser Holzschiff traute sich mal wieder keiner ran. Mit knapper Not kommen alle mit.

Das Auslaufen aus der Schleuse klappt dann zügiger und wir gehen in unserem Kanalmodus (alle 10 km wird gewechselt) mit 5,5kn gen Osten. Hartmut wollte erst nur bis zum Gieselaukanal, aber ich plädiere für Rendsburg, weil man dort auch nochmal problemlos einkaufen kann.

Hartmut bräuchte für Tüdelkram auf seinem Bord einen Korb, ich würde mich über einen Zoodleschneider freuen, denn der an Bord geglaubte ist hier nicht. Außerdem sind Edeka und Aldi die eindeutig bessere Alternative zu den Einkaufsmöglichkeiten in Schilksee. Im Kanal begegnen uns wenige Dampfer (witzigerweise sind die heute fast alle orange und rot) und überholt werden wir gar nicht, was im Hinblick auf die geschilderte Schleusensituation in Brunsbüttel ja auch nicht verwunderlich ist.

Bei einem Blick in Vesselfinder habe ich dann noch gesehen, dass Familie Raschdorf mit „Circle“ schon dort liegt und so können wir heute Abend nochmal ‘ne Runde klönen. Wir essen noch unterwegs aufgebratene Nudeln und Erdbeeren zum Nachtisch. In Rendsburg machen wir neben Familie Wegener mit der „Ran“ fest, Gerd ist so nett und nimmt die Leinen entgegen und nachdem wir am neuen Hafengeld-Automaten bezahlt haben (sollte die „reizende“ Hafenmeisterin durch einen eisernen Kollegen ersetzt worden sein?) kommt Familie Raschdorf bis es schattig wird zum Klönen in unser Cockpit.
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