Nach dem Frühstück begucken wir uns die Wetter- und Windprognosen für die nächsten Tage. Es soll weiterhin immer wieder regnen und zumindest am Wochenende heftig wehen. Wir haben eigentlich keine Lust auf den etwas vom Schuss liegenden Hafen in Middelfart, aber bei den angesagten flauen Winden für heute weiter zu motoren bockt ja auch nicht. Um bis übers Wochenende auf Baagø reichen die Vorräte nicht und nochmal nach Assens zu fahren ist auch doof. Also was machen wir nun damit? Wir fahren mal wieder nach Haderslev. Dort liegen wir gut, haben alles nur erdenklichen Versorgungsmöglichkeiten und angenehme Hafenfaszilitäten. Also los.

Eigentlich soll es ab 14 Uhr regnen, aber auf dem Weg nach Haderslev werden wir bereits 3x nass. Um 14 Uhr regnet es allerdings auch! Wir kriegen den von uns bevorzugten Platz am Klubhaus, wo Ratokker mit Backbord ca. 3 Meter am Steg liegt und man problemlos – vor allem auch mit den Rädern – an und von Bord kommt.


Ich füttere erstmal die Waschmaschine mit der dunklen Wäsche. Dafür brauche ich wieder Hartmuts Hilfe, weil ich das gute Stück nicht zum Laufen bewegen kann, aber wir wissen beide eigentlich nicht, warum sie dann plötzlich loswäscht. Ich weiß nur, dass das hier schon mal nicht auf Anhieb geklappt hat.
Für den Rest des Tages soll es trocken bleiben und so machen wir uns nach einem Nachmittagstee auf in die Stadt. Bisher war Haderslev immer noch eine rühmliche Ausnahme was verwaiste Innenstädte anbetraf, aber auch hier hat sich einiges verändert und wir haben unseren Bummel schnell abgeschlossen.
Neu ist ein 365-Supermarkt, der offensichtlich zur Coop-Gruppe gehört. Bei Meny erstehen wir leckere mit Speck umwickelte Rindermedaillons und bei Normal Febreze-Raumspray, um unangenehme WC-Gerüche im Vorschiff zu übertönen.
Dann wollen wir zu Lidl und als ich dort auf den Parkplatz abbiegen will beschleunigt mein Fahrrad, ich komme gegen den Kantstein und mache einen Satz in die daneben liegende Wiese. Glücklicherweise scheint nichts Schlimmeres passiert zu sein. Ein Auto hält am Straßenrand und erkundigt sich, ob wir Hilfe brauchen, aber sieht so aus, als ob alles noch ganz ist. Mein Fahrradhelm hat eine Beule am Kopf verhindert, meine Arme jaulen allerdings vom Abstützen etwas. Man hab ich mich erschrocken! Und dann hat Lidl auch noch wegen Umbau zu!!!

Unsere restlichen Vorräte ergänzen wir bei Rema 1000. Das war früher ein richtiger Ramschladen, aber schon in Assens haben wir dort erfolgreich einkauft. Alles pikobello sauber und qualitativ gute Waren.
Im Hafen wandert die Wäsche in den Trockner und ich mach zu den Medaillons einen gemischten Salat und röste Brot.

Die Wäsche in Etappen zu waschen ist deutlich entspannter, als einen vollen Waschtag einzulegen und so liegt schon bald nach dem Abendessen alles wieder sauber in den Schapps. Weil es so lange hell ist, kriegt man gar nicht mit, wie spät es denn schon ist und wir gehen deutlich später in die Koje als sonst.

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