Wir müssen also in aller Herrgottsfrühe aufstehen. Ich habe meinen Wecker auf 04:50 gestellt, aber Elske ist schon kurz vor vier und ich kurz nach vier wach. Wie legen bei westlichem Wind um 4 m/s ab. Es ist doch noch ganz schön schattig, so dass wir uns unsere Leggins unter den kurzen Hosen anziehen. Ansonsten haben wir einen strahlend blauen Himmel; allerdings ist es etwas diesig. Bei dem schönen Sonnenaufgang über Glückstadt motoren wir elbab. Zum Kreuzen haben wir so früh am Morgen keine Lust und keine Energie.

Auf Höhe des Kernkraftwerks in Brunsbüttel brist es entgegen den Vorhersagen auf und das Wasser wird auch zunehmend ruppiger. Kein Wunder bei Wind genau auf den Kopf und Tide gegenan. Manchmal laufen wir nur 3/3,5 kn durchs Wasser aber über 7kn über Grund. Ein Teil dieses Wassers findet durch die Sommerplanken im Vorschiffsbereich den Weg in „Ratokker“. Elske registriert und einem Klogang fließend Wasser an der Außenhaut, als ob da jemand den Wasserhahn angestellt hat. Aber das ist ja nach den warmen Tage der letzten Wochen auch kein Wunder. Da wir vor Otterdorf noch reichlich warten müssen bis genug Wasser in der Einfahrt und im Hafen sind nehmen wir Plan B. Wir laufen in die Oste ein (oh – Wassertiefe z.T. nur zwei Meter) und ankern in der „Hamburger Bucht“. Elske haut sich noch einmal aufs Ohr (ihre kalten Füße werden vom Ehemann liebevoll mit einer Wärmflasche bedacht) und ich bekämpfe meinen Hunger.

Zweieinhalb Stunden später gehen wir Anker auf und laufen an der Süd außerhalb des Fahrwassers gegen die Tide nach Otterndorf. Das dauert zwar gegen die Tide etwas, aber ist deutlich kommoder als gestern. In Otterndorf entscheiden wir uns gegen eine Box und machen neben der „Maren“ vom SVAOe längsseits fest.
Nun gibt es (für mich ein zweites) Frühstück bei strahlendem Sonnenschein im Cockpit.
Elske beginnt danach mit den Vorbereitungen für das heutige Grillen und ich schnappe mir eines unserer Fahrräder, um im Ort noch ein paar Besorgungen zu machen. Man sollte aber vorher auf Google Maps schauen, welchen Weg man nimmt. Hab ich nicht gemacht und ich nehme den falschen Abbieger, der mich zunächst am Deich entlang zum riesigen Campingplatz und dann in einem großen Bogen in den Ort führt. Am Ende werden es 9,8 km sein, die ich bei dem herrlichen Wetter zurücklege.
Der Hauptgrund meiner Einkaufstour ist der Erwerb einer ALDI-Talk Simkarte. Ich brauche eigentlich keinen zusätzlichen Mobilfunkzugang. Aber ich brauche eine Simkarte, um meine Mini-Simkarte in die FritzBox zu stecken. Warum auch immer ist keine im Bordordner. Muss irgendwo zu Hause sein. Letztes Jahr hatte ich ja für unsere Motorboottour einen zusätzlichen Router gekauft, der nur die Mini-Simkarte benötigt. Gleichzeitig ergänze ich bei ALDI und Edeka noch unsere Vorräte. Butter und Parmesan sind nämlich offensichtlich auch zu Hause geblieben.
Ich wusste bei dato gar nicht, wie der Ort Otterndorf so aussieht. Nettes kleines Städtchen mit doch einer ganzen Reihe von Geschäften.
Um wenigstens einen Teil der kurzen Nacht auszugleichen verziehen wir uns in unsere Kojen, auch wenn das mehr ein Dösen denn richtiges Schlafen ist.
Und dann die Abendveranstaltung. Leider ja tatsächlich nur vier! SVAOe-Schiffe im Hafen deren Besatzungen aber von sieben auf dem Landwege angereiste klön- und grillwilligen Mitglieder unterstützt werden. Es wird ein netter Abend mit vielen interessanten Gesprächen und dem einen oder anderen Glas flüssiger Nahrung, das bei manchem zu Haarspitzenkatarr geführt haben soll.

Da lob ich mir Krombacher 0,0%!
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