Montag, den 1. Juni 2026 Rendsburg ->Schilksee

Ja haben wir denn eine Abenteuerreise gebucht???

Familie Raschdorf fährt eine Verabschiedungsrunde durch unsere Gasse und wir gehen erst nochmal zu Edeka Hausschildt, dm und Aldi und nehmen dann entspannt die Verfolgung auf. Bei RVR kann man nur noch morgens zwischen 8 und 10 und nachmittags von 16-18 Uhr tanken. Dann eben nicht, wir wurden sowieso jedes Mal beim Anlegen vom westlichen Wind an einem vernünftigen Anleger gehindert und Schreiber hat ja auch eine Tankstelle. Als Hartmut nach dem Ablegen mit Finn telefoniert, nehme ich vom Motor so ein zwitscherndes Geräusch war. Das identifiziert der motoraffine Eigner als aus dem Kühlwasserschlauch des inneren Kühlkreislauf ausspritzendes Kühlwasser. Im Winterlager waren die Motortüren zum Salon lange offen, da muss man irgendwann so unglücklich gegen eine Halterung des Kühlwasserschlauches gekommen sein, dass der nun am Keilriemen schamfielte. Der Klügere gibt nach, in diesem Fall der Kühlwasserschlauch. Da es kaum weht, schafft Hartmut es in dem Schlauch Richtung Kanal, dem Kühlwasserschlauch eine dicke Packung Greytape zu verpassen und das Loch provisorisch abzudichten. Einige Telefonate später ist Hilfe organisiert. Uwe Giese kann bei Marx Marine einkaufen und besorgt von dort den neuen Schlauch. Da er morgen sowieso nach Kiel muss, liefert er ihn außerdem frei Bord. Was für ein Geschenk, wenn man die richtigen Leute kennt.

Wir tanken bei Schreiber und können dann endlich richtig losfahren. Dabei geht es natürlich zuerst unter der Rader Autobahn-Hochbrücke hindurch. Es ist schon beeindruckend, dass das letzte mittlere Teilstück der neuen Brücke im Juli eingehoben werden soll.

Elske schmiert uns die Brötchen und wir frühstücken dann endlich unterwegs und tuckern Kiel entgegen.

Wir hatten schon gelesen, dass der Automat für die Kanalgebühren defekt sei und man per Überweisung bezahlen möchte. Ob wir das schaffen? Wir müssen ne knappe Stunde warten und erleben wieder ein Schleusenchaos vom Feinsten. Eine HR 40C aus Brunsbüttel legt einen Alarmstart Richtung Schleuse hin, um dann mit einer Schiffslänge Abstand zum Vordermann noch nicht festgemacht zu haben, als alle weiteren in die Schleuse einlaufen. An der Steuerbordseite der Schleuse haben 2 Frachter festgemacht, deren Schraube natürlich törnt und an Backbord liegt mittig in der Schleuse der Schlepper „Thor“ mit einem ziemlich lädierten norwegischen 12er längsseits, dessen Großmast über der Saling abgebrochen ist. Daran geht nun keiner der vor uns rumeiernden Holländer vorbei. Was ist denn los mit den Kaaskopp-Jungs? Als Platz ist, gehen wir mit Fullspeed vorbei und machen „einsam“ direkt vor dem Schleusentor fest. Das Tor geht 5-6m auf und wir legen ab. Der Schleusenmeister bedankt sich winkend.

Mangels vernünftigem Wind motoren wir nach Schilksee und finden einen Liegeplatz direkt bei den Hafenmeistern.

Zum Abendbrot gibt es gebratenen Lachs mit Lauchgemüse bevor es in die Koje geht.

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Sonntag, 31. Mai 2026 Otterndorf ->Rendsburg

Heute Morgen ist es doch noch wieder ganz schön frisch, aber eben schön. Wir frühstücken ausgiebig im Cockpit und machen einen Abschlußbesuch oben in Grillzelt.

Vorher kriegte ich eine Exclusivführung auf der „Maren“. Nachdem ich gestern schon die abenteuerliche Geschichte der Renovierung gehört hatte, war ich natürlich neugierig und ganz begeistert von dem urigen Innenleben.

Los geht’s und in der Einfahrt kommen wir etwas aus der Peilung, baggern etwas Schlick und brauchen einen Moment, bis „Ratokker“ den richtigen Weg nach Brunsbüttel findet. Vor der Schleuse warten schon reichlich schleusenwillige Sportboote, überwiegend unsere holländischen Nachbarn. An diesem Wochenende ist nur eine große Schleuse in Betrieb, was dazu führt, dass mehrere Dampfer vor der Schleuse ankern. Das haben wir auch noch nicht erlebt. Es wird allerhöchste Zeit, dass die dritte große Schleuse fertig wird. Wir können nach relativ kurzer Wartezeit nach einem kleinen Tankschiff in die kleine Nordschleuse einlaufen.

Den Anfang macht ein großes holländisches Motorboot, dass in Schleichgeschwindigkeit an dem Dampfer vorbeikriecht. Nach 2 weiteren Yachten macht ein fetter Katamaran den Weg in die vordere Schleusenkammer dicht und nimmt allen dahinter die Möglichkeit, vorne noch Päckchen zu bilden. Hauptsache ich bin drin. So was Bescheuertes! Wäre es nicht ein Hollandsmann gewesen, hätte ich bestimmt ein paar passende Worte dazu verloren.

Hinter uns stapelten sich daraufhin die Boote und an unser Holzschiff traute sich mal wieder keiner ran. Mit knapper Not kommen alle mit.

Das Auslaufen aus der Schleuse klappt dann zügiger und wir gehen in unserem Kanalmodus (alle 10 km wird gewechselt) mit 5,5kn gen Osten. Hartmut wollte erst nur bis zum Gieselaukanal, aber ich plädiere für Rendsburg, weil man dort auch nochmal problemlos einkaufen kann.

Hartmut bräuchte für Tüdelkram auf seinem Bord einen Korb, ich würde mich über einen Zoodleschneider freuen, denn der an Bord geglaubte ist hier nicht. Außerdem sind Edeka und Aldi die eindeutig bessere Alternative zu den Einkaufsmöglichkeiten in Schilksee. Im Kanal begegnen uns wenige Dampfer (witzigerweise sind die heute fast alle orange und rot) und überholt werden wir gar nicht, was im Hinblick auf die geschilderte Schleusensituation in Brunsbüttel ja auch nicht verwunderlich ist.

Bei einem Blick in Vesselfinder habe ich dann noch gesehen, dass Familie Raschdorf mit „Circle“ schon dort liegt und so können wir heute Abend nochmal ‘ne Runde klönen. Wir essen noch unterwegs aufgebratene Nudeln und Erdbeeren zum Nachtisch. In Rendsburg machen wir neben Familie Wegener mit der „Ran“ fest, Gerd ist so nett und nimmt die Leinen entgegen und nachdem wir am neuen Hafengeld-Automaten bezahlt haben (sollte die „reizende“ Hafenmeisterin durch einen eisernen Kollegen ersetzt worden sein?) kommt Familie Raschdorf bis es schattig wird zum Klönen in unser Cockpit.


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Sonnabend, 30. Mai 2026 Glückstadt -> Otterndorf

Wir müssen also in aller Herrgottsfrühe aufstehen. Ich habe meinen Wecker auf 04:50 gestellt, aber Elske ist schon kurz vor vier und ich kurz nach vier wach. Wie legen bei westlichem Wind um 4 m/s ab. Es ist doch noch ganz schön schattig, so dass wir uns unsere Leggins unter den kurzen Hosen anziehen. Ansonsten haben wir einen strahlend blauen Himmel; allerdings ist es etwas diesig. Bei dem schönen Sonnenaufgang über Glückstadt motoren wir elbab. Zum Kreuzen haben wir so früh am Morgen keine Lust und keine Energie.

Strom-Ebtunnel-Baustelle zwischen Brokdorf und der Stör

Auf Höhe des Kernkraftwerks in Brunsbüttel brist es entgegen den Vorhersagen auf und das Wasser wird auch zunehmend ruppiger. Kein Wunder bei Wind genau auf den Kopf und Tide gegenan. Manchmal laufen wir nur 3/3,5 kn durchs Wasser aber über 7kn über Grund. Ein Teil dieses Wassers findet durch die Sommerplanken im Vorschiffsbereich den Weg in „Ratokker“. Elske registriert und einem Klogang fließend Wasser an der Außenhaut, als ob da jemand den Wasserhahn angestellt hat. Aber das ist ja nach den warmen Tage der letzten Wochen auch kein Wunder. Da wir vor Otterdorf noch reichlich warten müssen bis genug Wasser in der Einfahrt und im Hafen sind nehmen wir Plan B. Wir laufen in die Oste ein (oh – Wassertiefe z.T. nur zwei Meter) und ankern in der „Hamburger Bucht“. Elske haut sich noch einmal aufs Ohr (ihre kalten Füße werden vom Ehemann liebevoll mit einer Wärmflasche bedacht) und ich bekämpfe meinen Hunger.

Zweieinhalb Stunden später gehen wir Anker auf und laufen an der Süd außerhalb des Fahrwassers gegen die Tide nach Otterndorf. Das dauert zwar gegen die Tide etwas, aber ist deutlich kommoder als gestern. In Otterndorf entscheiden wir uns gegen eine Box und machen neben der „Maren“ vom SVAOe längsseits fest.

Nun gibt es (für mich ein zweites) Frühstück bei strahlendem Sonnenschein im Cockpit.

Elske beginnt danach mit den Vorbereitungen für das heutige Grillen und ich schnappe mir eines unserer Fahrräder, um im Ort noch ein paar Besorgungen zu machen. Man sollte aber vorher auf Google Maps schauen, welchen Weg man nimmt. Hab ich nicht gemacht und ich nehme den falschen Abbieger, der mich zunächst am Deich entlang zum riesigen Campingplatz und dann in einem großen Bogen in den Ort führt. Am Ende werden es 9,8 km sein, die ich bei dem herrlichen Wetter zurücklege.

Der Hauptgrund meiner Einkaufstour ist der Erwerb einer ALDI-Talk Simkarte. Ich brauche eigentlich keinen zusätzlichen Mobilfunkzugang. Aber ich brauche eine Simkarte, um meine Mini-Simkarte in die FritzBox zu stecken. Warum auch immer ist keine im Bordordner. Muss irgendwo zu Hause sein. Letztes Jahr hatte ich ja für unsere Motorboottour einen zusätzlichen Router gekauft, der nur die Mini-Simkarte benötigt. Gleichzeitig ergänze ich bei ALDI und Edeka noch unsere Vorräte. Butter und Parmesan sind nämlich offensichtlich auch zu Hause geblieben.

Ich wusste bei dato gar nicht, wie der Ort Otterndorf so aussieht. Nettes kleines Städtchen mit doch einer ganzen Reihe von Geschäften.

Um wenigstens einen Teil der kurzen Nacht auszugleichen verziehen wir uns in unsere Kojen, auch wenn das mehr ein Dösen denn richtiges Schlafen ist.

Und dann die Abendveranstaltung. Leider ja tatsächlich nur vier! SVAOe-Schiffe im Hafen deren Besatzungen aber von sieben auf dem Landwege angereiste klön- und grillwilligen Mitglieder unterstützt werden. Es wird ein netter Abend mit vielen interessanten Gesprächen und dem einen oder anderen Glas flüssiger Nahrung, das bei manchem zu Haarspitzenkatarr geführt haben soll.

Da lob ich mir Krombacher 0,0%!

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Freitag, 29. Mai 2026 Wedel -> Glückstadt

Dieses Wochenende ist das SVAOe-Otterndorf Wochenende. Also freitags nach Glückstadt und sonnabends Grillen in Otterndorf. Das ist doch die perfekte Möglichkeit, die Sommertour zu beginnen und auf dem Rückweg elbauf nach Backbord in den NOK abzubiegen.

Die Tide läuft ab ca. 16:00 Uhr. In den vergangenen Tagen haben wir bereits bis auf die frischen Lebensmittel und alles was sonst noch zu Hause so rumliegt, an Bord gebracht.

Morgens fahre ich noch einmal nach Hamburg, um unser Auto aus der Reparatur zu holen. Elske hatte neulich die Abmessungen unseres neuen Hallenparkplatzes unterschätzt und die Motorhaube am Pratzen eines davor abgestellten Winterlagerbockes angeditscht. Bevor das anfängt zu rosten, sollte möglichst die Beule raus und die Stelle – ggf. auch die ganze Haube – neu lackiert werden. Elske kauft noch letzte Lebensmittel ein und wir kommen gegen 14:12 Uhr (geplant war 14 Uhr) frischgeduscht und mit ordentlich aufgeräumter Bude (Robby unser Haushaltshelfer hat nochmal gesaugt und gefeudelt) im Mühlenweg los.

Wir brauchen dann doch noch zwei Karren, um alles an Bord zu bringen. Während Elske das Einstauen übernimmt bringe ich die Karren zurück und melde uns beim Hafenmeister Sven Nagel für die nächsten zwei Monate ab.

Dann geht es los. Zunächst zur Tankstelle, um den Dieseltank aufzufüllen und auch noch Wasser zu bunkern. Auf dem Weg dorthin kommt uns schon unser „Vereinsbesitzer“ mit seiner „SY Luise“ entgegen

Wir haben Stauwasser, als wir auf die Elbe kommen. Nachdem wir aufgeklart haben, setzen wir Segel. Raumschots geht es elbab. Höhe Stadersand zieht über Bützfleth eine schwarze Wand herauf. Da Brunsbüttel Elbe Traffic und Wetteronline vor Gewitterböen mit 8 Beaufort gewarnt hat, bergen wir vorsichtshalber die Segel. Die bei Gewitter geradezu hysterische Ehefrau hatte außerdem bei der ersten Tour des Jahres darum gebeten, den Bogen nicht zu überspannen.

Außer einem heftigen kurzen Schauer passiert aber glücklicherweise nichts weiter, so dass wir vor Abbenfleth erneute die Segel setzen. Rasmus ist uns aber nicht hold und der Wind schläft ziemlich ein, so dass wir dann doch wieder motoren müssen.

Stephan mit der „Luise“ nimmt den Weg durchs Kartoffelloch und wir hinterher. Ist wohl wieder gebaggert worden, denn die geringste Tiefe sind 2.6m drei Stunden vor Niedrigwasser.

In Glückstadt ist der Hafen doch recht voll, aber wir finden vor der Schleuse auf der Backbordseite als drittes Schiff längsseits einen Platz.

Und natürlich kommt genau beim Anlegen noch einmal ein kurzer Schauer und die Ansage unseres Nebenliegers, dass sie morgen früh um 5 Uhr auslaufen wollen. Da wir ja auch bei Tidenwechsel um 9 Uhr vor Otterndorf sein wollen, ist das für uns kein Problem.

Zum Abendbrot gibt es Nudeln mit Bolo. Stephan isst mit uns und dann klönen wir ausgiebig im Cockpit. Wir sind in Glückstadt ganze 4 SVAOe-Boote („Havkarlen“, „Luise“, „Maren“ und „Ratokker“) und das soll für dieses Wochenende tatsächlich auch so bleiben.

Das Wetter zu Hartmuts 77. Geburtstag also gemischt, eigentlich hätte ihm Besseres zugestanden.

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