Sonntag den 7. Juni 2026 Lyø – Hafentag

„Ausnahmsweise“ schlafen wir mal aus 😊. Der Wetterbericht für heute ist nicht so richtig prickelnd und sagt mehrere Schauer voraus.

Schöner Nebenlieger

Ich mache mich daher über mein Notebook her und arbeite. Mittags kommt dann auch der versprochene Regen. Elske chilled im Vorschiff und dann gibt es mit neuem Tee die in Fåborg gekauften leckeren Konditorkreationen. Wir sind ja sonst nicht solche Kuchenfans, aber die sind wirklich richtig lecker!

Als es danach aufklart hole ich unsere Fahrräder aus dem Vorschiff und wir radeln einmal über die Insel – zunächst in die Dorfmitte und dann auch noch an den Südstrand. Insbesondere auf den leichten Steigungen macht sich jetzt die vorweihnachtliche Investition der Elektrifizierung der Fahrräder wohltuend und kräfteschonend bemerkbar. Insbesondere schont die Maßnahme Elske Knie.

Zum Abendbrot gibt es dann mit dem neuen Zoodle-Schneider gefertigte Zucchini-Zoodles mit Bolo.

Kurz bevor wir in die Kojen wolle dann Aufregung auf WhatsApp. Hjördis, Jonathan und Wim standen auf ihrem Rückweg von Griechenland auf dem Münchner Flughafen als es da es einen Feueralarm im dortigen Tower gibt und sämtliche Starts und Landungen gecancelt werden.

Nach zwei Stunden ist dann klar, dass der zunächst verschobene Start nach Hamburg nicht mehr stattfindet. Im Hilton Hotel direkt am Flughafen bekommen sie eine Bleibe für die Nacht. Das wollen noch ein paar mehr Leute und dementsprechend lang ist die Schlange an der Rezeption im Hotel. Und das alles mit dem Junior, der eigentlich um diese Zeit längst schläft und im Zimmer dann erst einmal laut weint, weil er ohne Püdschie ja gar nicht schlafen kann.

Neuer Start nach Hamburg am Montag um 11:00 Uhr.

Views: 31

Sonnabend, den 6. Juni 2026 Fåborg -> Lyø

Hartmut geht duschen und ich mache an Bord Kultur und gleichzeitig Frühstück. Wir gucken erst zum Fischhöker am Hafen, der Ausverkauf tiefgekühlter Waren anbietet, aber das lockt nicht. Bei der alten Røgeri erstehen wir 2 Plattfische und etwas Algensalat. Gestern hat sich hoch am Wind unsere Espressomaschine selbständig gemacht. Eigentlich ist sie mit nem Gurt gesichert, aber da war kein Gurt. Während mir so ist, als habe ich sie irgendwann damit festgezurrt meint Hartmut, er hat ihn wieder mit nach Hause genommen. Egal, es muss ein Neuer her, was wir im örtlichen Bootshandel (der auch reichlich Klamotten anbietet und wo ich dem Kauf eines Kleides widerstehen kann, weil ich schon genug Kleider nicht trage) erledigen können. Er ist diesmal (auffällig) gelb, weil ein schwarzer doppelt so teuer war.

Am Hafen präsentiert sich die örtliche Feuerwehr und Höhe.

Gegenüber bietet ein Autohändler die neuesten Elektromobile an. In einem kleinen Laden, der schließt und nur noch wenig Ware im Angebot hat, erstehen wir für Hartmut einen feingestrickten Ringelpulli. Eigentlich ein Damenpullover, aber das sieht man dem ja nicht an.

Wir kaufen bei Brugsen Vorräte für die nächsten Tage, bunkern noch Wasser und machen uns – ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren, denn wir sind uns offensichtlich einig – auf den Weg nach Lyø.

Familie Niemann hatte uns für heute in Fåborg am Hafen alte Autos angekündigt und gemeint, Lyø sei bestimmt total voll. Beides ist dann aber doch nicht eingetreten und wir können auf Lyø unter reichlich freien Plätzen wählen.

Nach einem Anbinder in der warmen Sonne machen wir erstmal ein Nachmittagspäuschen.

Netter Willkommensgruß

Danach ist der Wind dann aber doch frisch und wir bauen Büdchen, bevor ich den Fisch in die Pfanne kriege.

Nach dem Abendbrot – Rotzunge mit Pellkartoffeln und einem Salat sowie Erdbeeren zum Nachtisch – gibt es wieder ein Gewitter mit bis zu 14,5 m/s und reichlich Regen.

Views: 32

Freitag, den 5. Juni 2026 Marstal -> Fåborg

Heute Morgen weht es zwar noch ganz gut aus Südwest, aber das soll im Laufe des Tages weniger werden. Wir wollen nach Fåborg und das bedeutet einen Raumschots- bzw. Halbwindkurs. Können wir gut nur mit der Genua machen.

Bei einer der kleinen Werften in Marstal liegt auch der 12er mit dem kaputten Mast.

Durch das Mørkedyb geht es mit guter Fahrt bei glattem Wasser gen Nordwest. Auf Höhe von Drejø kommt der Wind spitzer, so dass wir die Untiefentonne westlich der Insel nicht mehr anliegen können. Außerdem flaut es ab und wir laufen nur noch gut drei Knoten. Daher entschließe ich mich, das Großsegel zu setzen. Also Genua einrollen – Motor an – Groß setzen – Genua wieder ausrollen. Elske hätte die Nerven behalten, wäre zur Tonne motort und hätte abgewartet, dass der Wind wiederkommt, aber Hartmut wollte es ja anders. Er ist doch sonst nicht son Hektiker. Das missfällt Rasmus aber offensichtlich auch, denn bums ist der Wind wieder da. Um ein Reffen komme ich aber herum.

Zwischen Drejø und Avernakø führt uns der Kurs weiter Richtung Fåborg, wo wir direkt vor der Hafeneinfahrt die Segel bergen und im alten Handelshafen auf der Leeseite des zweiten Steges einen Platz bekommen.

Nun schnell den Rest aufgeklart und dann Richtung Innenstadt, bevor die Geschäfte wie in Dänemark üblich um 17:30 Uhr schließen., Aber was ist das? Wir haben doch Freitag und alle Geschäfte sind geschlossen? Ach so – in Dänemark ist heute „Verfassungstage“. Dies ist zwar eigentlich kein offizieller Feiertag aber fast alle Geschäfte haben geschlossen. Nur ein Schuhgeschäft hat geöffnet.

Und selbst bei Brugsen können wir nicht einkaufen.

Das Fåborg Røgeri Cafe am Hafen hat aber geöffnet. Dort gibt es Räucherfisch nicht nur zum Verzehr an Ort und Stelle sondern auch außer Haus. Mit drei Stücken warmrøkt Lax und einer Lacksfrikadelle ziehen wir von dann. Abendbrot gerettet.

Eben diesen Lachs mit Pellkartoffeln und Dip gibt es dann auf „Ratokker“.

Anschließend machen wir uns auf den Weg zu einem Klönschnack auf der „Ulyssa“, die im Yachthafen liegt.

Beim Sonnenuntergang geht es zurück auf unser Boot und in die Kojen.

Views: 25

Donnerstag, den 4. Juni 2026 Marstal – Hafentag

Für heute ist ordentlich Wind aus Südwest angesagt. Und der Wetterbericht behält auch Recht. Da wir am südlichsten Steg liegen und auf der Luvseite des Steges keine Boote – insgesamt ist doch noch seeehr leer im Hafen – ruckelt und schüttelt sich “Ratokker“ in den Leinen. Dabei haben wir doch für vorne Festmacher mit Ruckdämpfern. Naja, nächstes Mal dran denken.

Die „Ulyssa“ liegt in Ærøskøbing und die Besatzung kommt mit dem kostenlosen Bus nach Marstal zum Einkauf, weil dort der netto umgebaut wird und es nicht so recht was zum Einkaufen gibt.

Ich hole unsere Fahrräder aus und wir fahren in die Town, wo wir Brigitte und Werner in der Einkaufsstraße treffen.

Bei dem Eisenhöker mit seinem schier unendlichen Sortiment kaufen wir ein paar Kleinigkeiten, die uns an Bord noch fehlen. Brugsen statten wir auch einen Besuch zwecks Ideenfindung ab. Dann geht es gemeinsam zu „Fru Berg“ am Hafen. Waren wir noch nie, aber Biene und Lasse haben davon geschwärmt. Da wir ja erst vor kurzem gefrühstückt haben, verzichten wir auf feste Nahrung und gönnen uns jeder nur ein Mittagsbier. Die Fischplatte (Stjerneskud) der Ulyssa-Crew sieht aber sehr gut aus.

Dann wieder zum Einkauf zu Brugsen und zurück an Bord.

Nachmittags behält Petrus dann erneut Recht. Gewitter mit heftigem Regen und Wind. In Hamburg hat es heute sogar gehagelt.

Zum Abendbrot gibt es auf „Ratokker“ Kalbsleber mit Kartoffelmus und Apfelmus. Erstaunlich, dass Kalbsleber in Dänemark gar nicht teuer ist.

Views: 31

Mittwoch, den 3. Juni 2026 Schilksee -> Marstal

Wie angekündigt hat es heute Nacht geregnet aber als wir nach 9:00 Uhr aufstehen ist zwar der Himmel noch grau in grau aber es ist trocken.

Nach dem Frühstück ist Aufklaren angesagt und wir legen wie geplant kurz nach 11 ab.

Schilksee achteraus

Ausgebaumte Genua und Groß mit Bullenstander oder doch Gennaker? Bei der Windrichtung – es weht aus Südwest – und unserem Reiseziel Marstal mit einem Kurs von ca. 30° haben wir einen Platt-vor-dem-Laken-Kurs.

Bülk querab

Wir entscheiden uns für den Gennaker (zumal Elske es hasst, mit ausgebaumter Fock vor dem Wind zu laufen, weil dann alles so festgezurrt ist und die Segel oft trotzdem schlagen). Den kann man schnell mal wieder eintüten und gegen die Genua tauschen, wenn es aufbrist. So laufen wir faul mit Johann‘s Hilfe Richtung Marstal. Inzwischen scheint auch die Sonne, die schon so richtig Kraft hat und es gleich wieder deutlich wärmer macht.

Auf unserem Weg brist es manchmal auf und es fallen auch zwei Mal ein paar Tropfen. Ansonsten verläuft die Reise unspektakulär. Etwa acht Seemeilen vor Marstal aber legt sich der Wind schlafen und wir laufen nur noch 2,9 Knoten. Also Gennaker in den Strumpf und runter. Dann die Maschine an. Der Seegang ist aber noch ganz schön eierig.

In Marstal laufen wir bis zum letzten Steg und machen mit der Nase im Wind nach unserem ersten Ostseeschlag in diesem Jahr fest.

Ganz schön leer noch hier im Hafen. Die Anzahl der Gastlieger macht nur einen Bruchteil der freien Liegeplätze aus.

Zum Abendbrot gibt es Pellkartoffeln mit Matjes in Sahnesoße.

Views: 25

Dienstag, den 2. Juni 2026 Schilksee – Hafentag

Heute ist Elske Geburtstag. Und zur Feier des Tages gehen wir erst einmal duschen. Sauber frühstückt es sich besser.

Die Dusche ist allerdings nur lauwarm. Geht aber gerade noch.

Als wir fertig sind geht Elske noch an die Waschbecken zum Haare föhnen und ich Richtung Kaufmann, um Brötchen zu holen. Irgendwie muss ich wohl mal meine Brille putzen. Das ist aber gar nicht das Problem. Elske hat unsere Brillen vertauscht und mit ihrer Brille sehe ich sehr sparsam.

Und dann die Herausforderung beim Kaufmann. Das ist jetzt eine 24-Stunden Laden ohne Verkaufspersonal. Und das System jetzt mit der Brille. Hat aber geklappt. Elske geht es nicht viel anders. Als sie nach dem Haareföhnen „ihre“ Brille aufsetzt, ist das alles irgendwie komisch verschwommen und sie meint, es fehlt jetzt grade noch, dass ihre Augen ad hoc schlechter werden. Das lässt sich aber an Bord alles auch ohne Augenarzt allein durch Brillentausch wieder korrigieren. So einfach kann das Leben sein.

Nach dem Frühstück gehe ich erfolgreich die Windmessanlage bei den Hafenmeistern reparieren und anschließend tausche ich den Kühlwasserschlauch aus.

Elske quält derweil die Waschmaschine mit meiner Fleecejacke bzw. ihrem Hoodie, denn wir haben uns beim SVAOe-Grillen beide irgendwie bekleckert. Nachmittags bin ich dann noch bei Manfred auf „Harvey“ und stelle seine Maxi-Instrumente wieder ein.

Ein erfolgreicher Tag(!), was wir erstmal mit einen Eis belohnen.

Kurz nach sechs kommt Annett und kurz vor sieben sind dann auch Biene und Lasse da. Wir gehen gemeinsam zum El Mövenschiss, wo Elske einen Tisch reserviert hat.

Als Vorspeise gibt es zwei Tappas Platten und als Hauptgericht Fischsuppe, Pannfisch bzw. Entrecote. Wir gönnen uns zum Abschluss noch Creme Brûlée mit Espresso. Rundum ein schmackhaftes Essen und nette Gespräche.

Biene und Lasse, die auf „Frolleinwunder“ übernachten wollen, kommen noch auf einen Absacker mit an Bord.

Views: 50

Montag, den 1. Juni 2026 Rendsburg ->Schilksee

Ja haben wir denn eine Abenteuerreise gebucht???

Familie Raschdorf fährt eine Verabschiedungsrunde durch unsere Gasse und wir gehen erst nochmal zu Edeka Hausschildt, dm und Aldi und nehmen dann entspannt die Verfolgung auf. Bei RVR kann man nur noch morgens zwischen 8 und 10 und nachmittags von 16-18 Uhr tanken. Dann eben nicht, wir wurden sowieso jedes Mal beim Anlegen vom westlichen Wind an einem vernünftigen Anleger gehindert und Schreiber hat ja auch eine Tankstelle. Als Hartmut nach dem Ablegen mit Finn telefoniert, nehme ich vom Motor so ein zwitscherndes Geräusch war. Das identifiziert der motoraffine Eigner als aus dem Kühlwasserschlauch des inneren Kühlkreislauf ausspritzendes Kühlwasser. Im Winterlager waren die Motortüren zum Salon lange offen, da muss man irgendwann so unglücklich gegen eine Halterung des Kühlwasserschlauches gekommen sein, dass der nun am Keilriemen schamfielte. Der Klügere gibt nach, in diesem Fall der Kühlwasserschlauch. Da es kaum weht, schafft Hartmut es in dem Schlauch Richtung Kanal, dem Kühlwasserschlauch eine dicke Packung Greytape zu verpassen und das Loch provisorisch abzudichten. Einige Telefonate später ist Hilfe organisiert. Uwe Giese kann bei Marx Marine einkaufen und besorgt von dort den neuen Schlauch. Da er morgen sowieso nach Kiel muss, liefert er ihn außerdem frei Bord. Was für ein Geschenk, wenn man die richtigen Leute kennt.

Wir tanken bei Schreiber und können dann endlich richtig losfahren. Dabei geht es natürlich zuerst unter der Rader Autobahn-Hochbrücke hindurch. Es ist schon beeindruckend, dass das letzte mittlere Teilstück der neuen Brücke im Juli eingehoben werden soll.

Elske schmiert uns die Brötchen und wir frühstücken dann endlich unterwegs und tuckern Kiel entgegen.

Wir hatten schon gelesen, dass der Automat für die Kanalgebühren defekt sei und man per Überweisung bezahlen möchte. Ob wir das schaffen? Wir müssen ne knappe Stunde warten und erleben wieder ein Schleusenchaos vom Feinsten. Eine HR 40C aus Brunsbüttel legt einen Alarmstart Richtung Schleuse hin, um dann mit einer Schiffslänge Abstand zum Vordermann noch nicht festgemacht zu haben, als alle weiteren in die Schleuse einlaufen. An der Steuerbordseite der Schleuse haben 2 Frachter festgemacht, deren Schraube natürlich törnt und an Backbord liegt mittig in der Schleuse der Schlepper „Thor“ mit einem ziemlich lädierten norwegischen 12er längsseits, dessen Großmast über der Saling abgebrochen ist. Daran geht nun keiner der vor uns rumeiernden Holländer vorbei. Was ist denn los mit den Kaaskopp-Jungs? Als Platz ist, gehen wir mit Fullspeed vorbei und machen „einsam“ direkt vor dem Schleusentor fest. Das Tor geht 5-6m auf und wir legen ab. Der Schleusenmeister bedankt sich winkend.

Mangels vernünftigem Wind motoren wir nach Schilksee und finden einen Liegeplatz direkt bei den Hafenmeistern.

Zum Abendbrot gibt es gebratenen Lachs mit Lauch-Fenchel-Staudensellerie-Gemüse bevor es in die Koje geht.

Views: 55

Sonntag, 31. Mai 2026 Otterndorf ->Rendsburg

Heute Morgen ist es doch noch wieder ganz schön frisch, aber eben schön. Wir frühstücken ausgiebig im Cockpit und machen einen Abschlußbesuch oben in Grillzelt.

Vorher kriegte ich eine Exclusivführung auf der „Maren“. Nachdem ich gestern schon die abenteuerliche Geschichte der Renovierung gehört hatte, war ich natürlich neugierig und ganz begeistert von dem urigen Innenleben.

Los geht’s und in der Einfahrt kommen wir etwas aus der Peilung, baggern etwas Schlick und brauchen einen Moment, bis „Ratokker“ den richtigen Weg nach Brunsbüttel findet. Vor der Schleuse warten schon reichlich schleusenwillige Sportboote, überwiegend unsere holländischen Nachbarn. An diesem Wochenende ist nur eine große Schleuse in Betrieb, was dazu führt, dass mehrere Dampfer vor der Schleuse ankern. Das haben wir auch noch nicht erlebt. Es wird allerhöchste Zeit, dass die dritte große Schleuse fertig wird. Wir können nach relativ kurzer Wartezeit nach einem kleinen Tankschiff in die kleine Nordschleuse einlaufen.

Den Anfang macht ein großes holländisches Motorboot, dass in Schleichgeschwindigkeit an dem Dampfer vorbeikriecht. Nach 2 weiteren Yachten macht ein fetter Katamaran den Weg in die vordere Schleusenkammer dicht und nimmt allen dahinter die Möglichkeit, vorne noch Päckchen zu bilden. Hauptsache ich bin drin. So was Bescheuertes! Wäre es nicht ein Hollandsmann gewesen, hätte ich bestimmt ein paar passende Worte dazu verloren.

Hinter uns stapelten sich daraufhin die Boote und an unser Holzschiff traute sich mal wieder keiner ran. Mit knapper Not kommen alle mit.

Das Auslaufen aus der Schleuse klappt dann zügiger und wir gehen in unserem Kanalmodus (alle 10 km wird gewechselt) mit 5,5kn gen Osten. Hartmut wollte erst nur bis zum Gieselaukanal, aber ich plädiere für Rendsburg, weil man dort auch nochmal problemlos einkaufen kann.

Hartmut bräuchte für Tüdelkram auf seinem Bord einen Korb, ich würde mich über einen Zoodleschneider freuen, denn der an Bord geglaubte ist hier nicht. Außerdem sind Edeka und Aldi die eindeutig bessere Alternative zu den Einkaufsmöglichkeiten in Schilksee. Im Kanal begegnen uns wenige Dampfer (witzigerweise sind die heute fast alle orange und rot) und überholt werden wir gar nicht, was im Hinblick auf die geschilderte Schleusensituation in Brunsbüttel ja auch nicht verwunderlich ist.

Bei einem Blick in Vesselfinder habe ich dann noch gesehen, dass Familie Raschdorf mit „Circle“ schon dort liegt und so können wir heute Abend nochmal ‘ne Runde klönen. Wir essen noch unterwegs aufgebratene Nudeln und Erdbeeren zum Nachtisch. In Rendsburg machen wir neben Familie Wegener mit der „Ran“ fest, Gerd ist so nett und nimmt die Leinen entgegen und nachdem wir am neuen Hafengeld-Automaten bezahlt haben (sollte die „reizende“ Hafenmeisterin durch einen eisernen Kollegen ersetzt worden sein?) kommt Familie Raschdorf bis es schattig wird zum Klönen in unser Cockpit.


Views: 33

Sonnabend, 30. Mai 2026 Glückstadt -> Otterndorf

Wir müssen also in aller Herrgottsfrühe aufstehen. Ich habe meinen Wecker auf 04:50 gestellt, aber Elske ist schon kurz vor vier und ich kurz nach vier wach. Wie legen bei westlichem Wind um 4 m/s ab. Es ist doch noch ganz schön schattig, so dass wir uns unsere Leggins unter den kurzen Hosen anziehen. Ansonsten haben wir einen strahlend blauen Himmel; allerdings ist es etwas diesig. Bei dem schönen Sonnenaufgang über Glückstadt motoren wir elbab. Zum Kreuzen haben wir so früh am Morgen keine Lust und keine Energie.

Strom-Ebtunnel-Baustelle zwischen Brokdorf und der Stör

Auf Höhe des Kernkraftwerks in Brunsbüttel brist es entgegen den Vorhersagen auf und das Wasser wird auch zunehmend ruppiger. Kein Wunder bei Wind genau auf den Kopf und Tide gegenan. Manchmal laufen wir nur 3/3,5 kn durchs Wasser aber über 7kn über Grund. Ein Teil dieses Wassers findet durch die Sommerplanken im Vorschiffsbereich den Weg in „Ratokker“. Elske registriert und einem Klogang fließend Wasser an der Außenhaut, als ob da jemand den Wasserhahn angestellt hat. Aber das ist ja nach den warmen Tage der letzten Wochen auch kein Wunder. Da wir vor Otterdorf noch reichlich warten müssen bis genug Wasser in der Einfahrt und im Hafen sind nehmen wir Plan B. Wir laufen in die Oste ein (oh – Wassertiefe z.T. nur zwei Meter) und ankern in der „Hamburger Bucht“. Elske haut sich noch einmal aufs Ohr (ihre kalten Füße werden vom Ehemann liebevoll mit einer Wärmflasche bedacht) und ich bekämpfe meinen Hunger.

Zweieinhalb Stunden später gehen wir Anker auf und laufen an der Süd außerhalb des Fahrwassers gegen die Tide nach Otterndorf. Das dauert zwar gegen die Tide etwas, aber ist deutlich kommoder als gestern. In Otterndorf entscheiden wir uns gegen eine Box und machen neben der „Maren“ vom SVAOe längsseits fest.

Nun gibt es (für mich ein zweites) Frühstück bei strahlendem Sonnenschein im Cockpit.

Elske beginnt danach mit den Vorbereitungen für das heutige Grillen und ich schnappe mir eines unserer Fahrräder, um im Ort noch ein paar Besorgungen zu machen. Man sollte aber vorher auf Google Maps schauen, welchen Weg man nimmt. Hab ich nicht gemacht und ich nehme den falschen Abbieger, der mich zunächst am Deich entlang zum riesigen Campingplatz und dann in einem großen Bogen in den Ort führt. Am Ende werden es 9,8 km sein, die ich bei dem herrlichen Wetter zurücklege.

Der Hauptgrund meiner Einkaufstour ist der Erwerb einer ALDI-Talk Simkarte. Ich brauche eigentlich keinen zusätzlichen Mobilfunkzugang. Aber ich brauche eine Simkarte, um meine Mini-Simkarte in die FritzBox zu stecken. Warum auch immer ist keine im Bordordner. Muss irgendwo zu Hause sein. Letztes Jahr hatte ich ja für unsere Motorboottour einen zusätzlichen Router gekauft, der nur die Mini-Simkarte benötigt. Gleichzeitig ergänze ich bei ALDI und Edeka noch unsere Vorräte. Butter und Parmesan sind nämlich offensichtlich auch zu Hause geblieben.

Ich wusste bei dato gar nicht, wie der Ort Otterndorf so aussieht. Nettes kleines Städtchen mit doch einer ganzen Reihe von Geschäften.

Um wenigstens einen Teil der kurzen Nacht auszugleichen verziehen wir uns in unsere Kojen, auch wenn das mehr ein Dösen denn richtiges Schlafen ist.

Und dann die Abendveranstaltung. Leider ja tatsächlich nur vier! SVAOe-Schiffe im Hafen deren Besatzungen aber von sieben auf dem Landwege angereiste klön- und grillwilligen Mitglieder unterstützt werden. Es wird ein netter Abend mit vielen interessanten Gesprächen und dem einen oder anderen Glas flüssiger Nahrung, das bei manchem zu Haarspitzenkatarr geführt haben soll.

Da lob ich mir Krombacher 0,0%!

Views: 31

Freitag, 29. Mai 2026 Wedel -> Glückstadt

Dieses Wochenende ist das SVAOe-Otterndorf Wochenende. Also freitags nach Glückstadt und sonnabends Grillen in Otterndorf. Das ist doch die perfekte Möglichkeit, die Sommertour zu beginnen und auf dem Rückweg elbauf nach Backbord in den NOK abzubiegen.

Die Tide läuft ab ca. 16:00 Uhr. In den vergangenen Tagen haben wir bereits bis auf die frischen Lebensmittel und alles was sonst noch zu Hause so rumliegt, an Bord gebracht.

Morgens fahre ich noch einmal nach Hamburg, um unser Auto aus der Reparatur zu holen. Elske hatte neulich die Abmessungen unseres neuen Hallenparkplatzes unterschätzt und die Motorhaube am Pratzen eines davor abgestellten Winterlagerbockes angeditscht. Bevor das anfängt zu rosten, sollte möglichst die Beule raus und die Stelle – ggf. auch die ganze Haube – neu lackiert werden. Elske kauft noch letzte Lebensmittel ein und wir kommen gegen 14:12 Uhr (geplant war 14 Uhr) frischgeduscht und mit ordentlich aufgeräumter Bude (Robby unser Haushaltshelfer hat nochmal gesaugt und gefeudelt) im Mühlenweg los.

Wir brauchen dann doch noch zwei Karren, um alles an Bord zu bringen. Während Elske das Einstauen übernimmt bringe ich die Karren zurück und melde uns beim Hafenmeister Sven Nagel für die nächsten zwei Monate ab.

Dann geht es los. Zunächst zur Tankstelle, um den Dieseltank aufzufüllen und auch noch Wasser zu bunkern. Auf dem Weg dorthin kommt uns schon unser „Vereinsbesitzer“ mit seiner „SY Luise“ entgegen

Wir haben Stauwasser, als wir auf die Elbe kommen. Nachdem wir aufgeklart haben, setzen wir Segel. Raumschots geht es elbab. Höhe Stadersand zieht über Bützfleth eine schwarze Wand herauf. Da Brunsbüttel Elbe Traffic und Wetteronline vor Gewitterböen mit 8 Beaufort gewarnt hat, bergen wir vorsichtshalber die Segel. Die bei Gewitter geradezu hysterische Ehefrau hatte außerdem bei der ersten Tour des Jahres darum gebeten, den Bogen nicht zu überspannen.

Außer einem heftigen kurzen Schauer passiert aber glücklicherweise nichts weiter, so dass wir vor Abbenfleth erneute die Segel setzen. Rasmus ist uns aber nicht hold und der Wind schläft ziemlich ein, so dass wir dann doch wieder motoren müssen.

Stephan mit der „Luise“ nimmt den Weg durchs Kartoffelloch und wir hinterher. Ist wohl wieder gebaggert worden, denn die geringste Tiefe sind 2.6m drei Stunden vor Niedrigwasser.

In Glückstadt ist der Hafen doch recht voll, aber wir finden vor der Schleuse auf der Backbordseite als drittes Schiff längsseits einen Platz.

Und natürlich kommt genau beim Anlegen noch einmal ein kurzer Schauer und die Ansage unseres Nebenliegers, dass sie morgen früh um 5 Uhr auslaufen wollen. Da wir ja auch bei Tidenwechsel um 9 Uhr vor Otterndorf sein wollen, ist das für uns kein Problem.

Zum Abendbrot gibt es Nudeln mit Bolo. Stephan isst mit uns und dann klönen wir ausgiebig im Cockpit. Wir sind in Glückstadt ganze 4 SVAOe-Boote („Havkarlen“, „Luise“, „Maren“ und „Ratokker“) und das soll für dieses Wochenende tatsächlich auch so bleiben.

Das Wetter zu Hartmuts 77. Geburtstag also gemischt, eigentlich hätte ihm Besseres zugestanden.

Views: 35