Mittwoch, den 17. Juni 2026 Middelfart Yachthafen -> Juelsminde

Anstatt das Fahrrad auszustauen lautet die Entscheidung in den Stadthafen zu verholen und dann zu Kvickly zu gehen.

Also nach dem Frühstück ablegen und zunächst einmal tanken. Ist GTL-„Diesel“ und mit umgerechnet 2,42 EUR auch kein Schnapper. Aber es gibt halt keine Alternative. Die kleinen Poller an der Tankpier sich total blöde verteilt, so dass unser Anleger etwas mir ablandigem Wind etwas dusselig ausfällt und wir in die Spring eindampfen müssen, um richtig anlegen zu können.

Immerhin haben wir Glück, dass der Strom im Kleinen Belt heute mit uns ist.

Im Stadthafen hängen überall Schilder mit „Reserviert für…“. Aber wir finden doch noch einen Platz an der Pier in der hintersten Ecke.

Zunächst zum Fischhöker, dessen Sortiment um Längen besser ist als es  seine Präsentation im Internet vermuten lässt. Das wird heute Abend lecker.

So wie die Einkaufsstraße in Haderslev durchaus an Attraktivität verloren hat so hat sie hier in Middelfart gewonnen. Viele nette Geschäfte. Selbst H&M und Normal sind jetzt vertreten. Naja, sind ja auch viele Neubauten direkt am Wasser entstanden und die Bevölkerung ist in den letzten 10 Jahren um 7% auf gut 40.000 Einwohner gewachsen. Und wieder stellen wir fest, dass die Kommunen hier entweder über mehr Geld verfügen oder besserwirtschaften können als in Deutschland, wenn man sieht, was hier alles möglich ist.

Bei Brugsen = Kvickly soll es Sim-Karten von Lebara geben. Das ist aber falsch. Ich könnte da zwar Guthaben kaufen aber keine Sim-Karte. Also zurück in die Einkaufsstraße, wo es einen Handyshop gibt. Der repariert zwar Handys und verkauft Handy-Zubehör aber hat eben keine Sim-Karten. Nach seiner Aussage gibt es die aber im Kiosk am Bahnhof.

Also laufe ich zum Bahnhof während Elske zurück an Bord geht und dabei der Kirche einen Besuch abstattet.

Dieser Kirchenbesuch

ist wesentlich erfolgreicher – nämlich ein Foto – als mein negativer Versuch im Bahnhofskiosk.

Also Ablegen und weiter in Richtung Fredericia. Google nennt gleich vier potentielle Geschäfte.

Wir machen im Stadthafen – hier muss man immer noch nicht übernachten – fest und ich überlege: Fahrrad ausstauen oder zu Fuß? Die Faulheit siegt und ich laufe los.

Auch hier hat sich die Einkaufsstraße gegenüber unserem letzten Besuch 2020 deutlich gemausert- Ziemlich am Anfang ist so ein fernöstlicher Kiosk mit allem Möglichen. Kann man ja mal fragen. Und siehe da, ich bekomme meine Sim-Karte für 49,- DKR.

Also zurück zu „Ratokker“ und auslaufen. Wir entscheiden uns als Ziel für Juelsminde. Das wird aber eine Motortour, da Wind genau von achtern erst noch weniger und dann um die 5 m/s. Und das ist exakt etwas zu wenig. Außerdem soll es ab 18:00 regnen und wir wollen bei den immer noch kühlen Temperaturen – immerhin etwas höher als gestern – nicht auch noch nass werden.

Auf Höhe des Vejle Fjord sehe ich auf AIS die „Diva“ vom SVAOe, die am 700sm Tanis-von-der-Mosel-Race teilnimmt und auf der Henrike, die Tochter unseres Vereinsbesitzers mitsegelt. Wir ändern den Kurs und machen eine Reihe von Fotos als wir der „Diva“ begegnen.

Exakt beim Anlegen in Juelsminde beginnt es zu tröpfeln. Schon wieder geht da eine Uhr verkehrt!

Zum Abendbrot gibt es die Schollen und Rotzungen mit Pellkartoffeln, Dill-Dip und Gurken (als Deko).

Der Abend klingt mit einem geteilten Leffe im Cockpit aus.

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Dienstag, den 16. Juni 2026 Haderslev –> Middelfart Yachthafen

Erste Maßnahme des Tages nach dem Aufstehen heißt nochmal die super-Sanitäranlagen nutzen. Hier kann man in den Familienduschen duschen OHNE seine Kleidung mit zu duschen. Das Waschbecken ist vernünftig groß, der Spiegel ebenso und die Beleuchtung stimmt auch ziemlich. Und auch nach ein paar Jahren ist alles noch immer prima in Schuss und sauber!

Während sich Elske um das Frühstück kümmert fahre ich noch einmal einkaufen. Brot vom Bäcker und etwas Lebensmittel von 365.

In aller Ruhe frühstücken wir wie immer im Cockpit. Alle Nebenlieger sind schon ausgelaufen. Na ja, das kennen wir ja schon seit Jahrzehnten.

Dank der festen Leinen von den Pfählen zum Steg verläuft das Ablegemanöver mit einer Sorgleine trotz des Querstroms völlig problemlos.

Wir motoren vorm Wind den Haderslev Fjord gen Kleiner Belt. Zum Segeln ist es etwas zu wenig. Dafür ist es recht kalt.

In der Mündung setzen wir zunächst das Großsegel. Als ich unsere Zeiserspinne abbaue fährt Elske eine unfreiwillige Halse und ich bekomme den Baum an den Kopf und gehe beinahe über Bord. Uff – gerade noch einmal gut gegangen. Cappy und Kapuze scheinen etwas gedämpft zu haben, aber ich habe ‘nen ordentlichen Brummkopf. Jedenfalls keinerlei weitere Blessuren.

Als wir aus der Mündung raus sind rollen wir auch die Genua aus und mit gut sechs Knoten geht es nordwärts.

Man ist das kalt! Eben über 13° im Cockpit unterm Reitbalken. Haben wir März oder Oktober? Irgendjemand hat sich wohl im Kalender geirrt.

Immerhin laufen wir mit fast halben Wind zwischen dem Festland und Barsø gen Norden. Ob der Temperaturen beschließen wir, unsere heutige Tagesetappe im Yachthafen von Middelfart zu beenden, wo wir in Lee eines Schlengels mit der Nase im Wind einen Liegeplatz mit grünem Schild finden.

Neue Gebäude am Hafen – finanziert von der EU

Und dann ist plötzlich am frühen Abend unser Internet weg. Ein Blick in das FritzBox-Programm sagt, dass keine Sim-Karte vorhanden sei. Dabei steckt sie doch im Gerät. Also mit der Aldi-Sim-Karte aus Otterndorf einen Test gemacht. Diese Karte wird erkannt, kann aber nicht genutzt werden. Logisch, die habe ich ja auch gar nicht aktiviert. Der Versuch über einen Vodafone-Chat etwas zu erfahren scheitert. Ein Telefonanruf klappt auch nicht. Chatti’s Hinweise führen auch nicht weiter als zu der Erkenntnis, dass die Karte wohl defekt sein könnte. Also morgen früh Fahrrad rausholen und in die Stadt fahren und eine Sim-Karte von Lebara kaufen.

Zum Abendbrot gab es übrigens Rippchen mit Pellkartoffeln und Spitzkohl.

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Montag, den 15. Juni 2026 Haderslev – 4. Hafentag

Wie schon geplant bleiben wir auch heute noch in Haderslev. Es hat sich jetzt zwar ausgeregnet aber Wind ist immer noch reichlich im Angebot. Wir dokumentieren wieder noch bis 12 m/s. Immerhin scheint ab dem Vormittag die Sonne eigentlich durchgängig.

Während ich mein Notebook quäle, nutzt Elske noch einmal Waschmaschine und Trockner. Wie ist das doch heute einfach geworden und eine Selbstverständlichkeit, dass es in den Häfen eigentlich überall ein derartiges Angebot gibt. Und hier ist das so dicht bei, dass es auch gar kein Aufwand ist, mal eben Waschmaschine und Trockner zu füttern. Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, wo wir in den Orten, z.B. in Ebeltoft, in Waschsalons gegangen sind.

Am Spätnachmittag machen wir wieder eine kleine Radtour, die uns als erstes zu Kirppu führt. Kirppu ist eine Dauerflohmarkt, bei dem man Regalflächen mieten kann und den Verkauf übernimmt dann deren Personal. Alles sehr ordentlich präsentiert. Elske ersteht einen kleines Metalltablett für 20 Dkr. und kann bei der Gelegenheit gleich mal nen großen Schein in Kleingeld wechseln. Für die Erdbeerstände braucht man ja immer Bargeld.

Anschließend kaufen wir noch bei Føtex und Rema1000 ein. Inzwischen ist die Wäsche und unsere gewaschene Kühlschrankmatte auch trocken und der Kühlschrank kann gleich mit allen Einkäufen neu sortiert werden.

Heute gibt es dann auch den Lachs mit Ratatouille.

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Sonntag, den 14. Juni 2026 Haderslev – 3. Hafentag

„Und wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist“. Wie wahr ist dieser Spruch in diesen Tagen. Das Wetter bleibt nämlich so wie es auch schon am Vortag war. Sonne, dunkle Wolken, Schauer und recht ordentlich Wind. Wenn auch nicht ganz so viel wie gestern, aber die Anzeige geht immer noch bis auf 11 m/s. Und das hier im Binnenland. In Assens auf der Leeseite des Kleinen Belt werden 13,4 m/s gemessen. Also keine Wetter, bei dem man unterwegs sein muss.

Also lange in der Koje bleiben. Ist auch gut so, denn mit 15 Grad ist es im Salon doch recht frisch. Unsere Heizung bringt die Temperatur bis zum Frühstück in Salon und Cockpit auf angenehme 20 Grad.

Gegenüber vom 365-supermarkt gibt es eine weitere Bäckerei, bei der ich uns ein Skagenbrød hole. Die haben auch jede Menge kleine leckere Torten, aber ich widerstehe der Versuchung.

Nach dem Frühstück arbeite ich und Elske bereinigt mal iPhone und iPad und sortiert die Apps neu.

Nachmittags ist das mit dem Regen erst einmal vorbei und wir machen eine kleine Radtour auf die andere Seite des Hafens und fahren an den ganzen in den vergangenen Jahren entstandenen neuen Gebäuden vorbei. Die ganze Hafenseite ist neu gestaltet. In dänischen Gemeinden scheint mehr Geld zu sein als bei uns, denn auch Richtung Innenstadt gibt es einigeNeuerungen. Auf dieser Hafenseite kann man ja auch direkt an der Pier in Boxen liegen. Ist aber nicht empfehlenswert, da 1. vom Umfeld nicht so schön und 2. erheblich teurer: 235,- DKR statt 190,- DKR bei Haderslev Sejl-Club, dessen Fazilitäten ja super sind. Irgendwie ist auch gar nicht recht klar, ob es hier überhaupt Waschräume gibt.

Auf dem Rückweg halten wir noch bei dem heute wieder eröffneten Lidl an, ergänzen unsere Vorräte und kaufen Lachs fürs heutige Abendbrot ein.

Aber wie das manchmal so ist. Es gibt heute keinen Lachs zum Abendbrot sondern mit Paprika aufgepeppte Ravioli und einen Salat, weil das weniger Arbeit macht und wir ja auch noch Erdbeeren zum Nachtisch haben.

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Sonnabend, den 13. Juni 2026 Haderslev – 2. Hafentag

Tatsächlich ist die Wetterentwicklung so, wie die Wetterberichte es vorhergesagt habe. Mal ein wenig Sonne aber dann wieder heftige Schauer und Böen bis 15m/s. Da liegen wir hier doch sehr ordentlich und haben alles um uns herum, was wir brauchen könnten.

Ich hatte gestern auf dem Weg zum Markt einen Bäcker entdeckt, dessen Auslage sehr ansprechend war. Also schwinge ich mich vor dem Frühstück auf mein Fahrrad und düse in die Stadt. Weißbrot gibt es zwar nicht aber die Brötchen sehen auch lecker aus. Die sind allerdings riesig und gehaltvoll und Hartmut hat schon zu Zeiten, wo wir noch mehr gegessen haben, immer ein Brötchen zu viel gekauft. Warum soll das also heute anders sein?

Wir wollen zumindest mal in den kleinen Loppeladen an der Strasse gucken und müssen richtig mal ne Regenpause appassen.

Während wir stöbern und aber nichts kaufen schüttet es schon wieder. Zum Abendbrot gibt es die gestern auf dem Markt erstandenen Scrubber

mit selbstgemachten Kartoffelsalat sowie Gurkensalat,

Zum Nachtisch kaufe ich zwischen zwei Schauern in dem Unterstand bei der benachbarten Haderslev Seijlforeining eine Schale Erdbeeren. Ja nach Geschmack gibt es die mit griechischem Youghurt und oder Milch.

Der Tag klingt lesenderweise bei einem Glas Rotwein bzw. Krombacher 0,0 aus.

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Freitag, den 12. Juni 2026 Haderslev – Hafentag

Richtig Hohn, als ich um kurz vor 9 wach werde scheint die Sonne. Ich frequentiere erstmal ausgiebig die Dusche. Wie häufiger in Dänemark gibt es auch hier mehrere „Badezimmer“ mit Waschbecken, Dusche, Toilette und guten Ablagemöglichkeiten. Hier sind sie besonders geräumig und man läuft nicht Gefahr, dass alles hinterher nachgepütschert ist.

An Bord frühstücken wir ausgiebig und weil es widererwartend trocken ist, fahren wir noch zum Markt, um für morgen Fisch einzukaufen. Dabei lauschen wir den Klängen einer uniformierten kleinen Blaskapelle, die durch die Stadt marschiert – Anlass unbekannt.

Zurück an Bord setzt dann immer mal wieder der versprochene Regen ein und Hartmut arbeitet, während ich faulenze. Die Wetterbedingungen scheinen nicht nur uns zu einem Verkriechen zu animieren, denn der Haderslever Hafen füllt sich so langsam.

Das Wetter macht wirklich müde und sogar Hartmut verzieht sich für eine Zeit ins gemütliche Vorschiff.

Zum Abendbrot gibt es Frikadellen mit Pellkartoffeln und Blumenkohl.

Zum erfolgreichen Abschluss des Tages dann einen Rum und die in Assens gekauften Flasche Hancock.

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Donnerstag, den 11. Juni 2026 Baagø – >Haderslev

Nach dem Frühstück begucken wir uns die Wetter- und Windprognosen für die nächsten Tage. Es soll weiterhin immer wieder regnen und zumindest am Wochenende heftig wehen. Wir haben eigentlich keine Lust auf den etwas vom Schuss liegenden Hafen in Middelfart, aber bei den angesagten flauen Winden für heute weiter zu motoren bockt ja auch nicht. Um bis übers Wochenende auf Baagø reichen die Vorräte nicht und nochmal nach Assens zu fahren ist auch doof. Also was machen wir nun damit? Wir fahren mal wieder nach Haderslev. Dort liegen wir gut, haben alles nur erdenklichen Versorgungsmöglichkeiten und angenehme Hafenfaszilitäten. Also los.

Eigentlich soll es ab 14 Uhr regnen, aber auf dem Weg nach Haderslev werden wir bereits 3x nass. Um 14 Uhr regnet es allerdings auch! Wir kriegen den von uns bevorzugten Platz am Klubhaus, wo Ratokker mit Backbord ca. 3 Meter am Steg liegt und man problemlos – vor allem auch mit den Rädern – an und von Bord kommt.

Ich füttere erstmal die Waschmaschine mit der dunklen Wäsche. Dafür brauche ich wieder Hartmuts Hilfe, weil ich das gute Stück nicht zum Laufen bewegen kann, aber wir wissen beide eigentlich nicht, warum sie dann plötzlich loswäscht. Ich weiß nur, dass das hier schon mal nicht auf Anhieb geklappt hat.

Für den Rest des Tages soll es trocken bleiben und so machen wir uns nach einem Nachmittagstee auf in die Stadt. Bisher war Haderslev immer noch eine rühmliche Ausnahme was verwaiste Innenstädte anbetraf, aber auch hier hat sich einiges verändert und wir haben unseren Bummel schnell abgeschlossen.

Neu ist ein 365-Supermarkt, der offensichtlich zur Coop-Gruppe gehört. Bei Meny erstehen wir leckere mit Speck umwickelte Rindermedaillons und bei Normal Febreze-Raumspray, um unangenehme WC-Gerüche im Vorschiff zu übertönen.

Dann wollen wir zu Lidl und als ich dort auf den Parkplatz abbiegen will beschleunigt mein Fahrrad, ich komme gegen den Kantstein und mache einen Satz in die daneben liegende Wiese. Glücklicherweise scheint nichts Schlimmeres passiert zu sein. Ein Auto hält am Straßenrand und erkundigt sich, ob wir Hilfe brauchen, aber sieht so aus, als ob alles noch ganz ist. Mein Fahrradhelm hat eine Beule am Kopf verhindert, meine Arme jaulen allerdings vom Abstützen etwas. Man hab ich mich erschrocken! Und dann hat Lidl auch noch wegen Umbau zu!!!

Screenshot

Unsere restlichen Vorräte ergänzen wir bei Rema 1000. Das war früher ein richtiger Ramschladen, aber schon in Assens haben wir dort erfolgreich einkauft. Alles pikobello sauber und qualitativ gute Waren.

Im Hafen wandert die Wäsche in den Trockner und ich mach zu den Medaillons einen gemischten Salat und röste Brot.

Die Wäsche in Etappen zu waschen ist deutlich entspannter, als einen vollen Waschtag einzulegen und so liegt schon bald nach dem Abendessen alles wieder sauber in den Schapps. Weil es so lange hell ist, kriegt man gar nicht mit, wie spät es denn schon ist und wir gehen deutlich später in die Koje als sonst.

Schön oder bedrohlich ?

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Mittwoch, den 10. Juni 2026 Baagø – 2. Hafentag

Als ich um 8.30 wach werde scheint die Sonne, es pustet unverändert und der junge Mann im Vorschiff schläft noch.

Wir frühstücken, Hartmut baut die Räder auf, ich suche vor dem Abwasch noch schnell weiße Wäsche zusammen. Die wird schnell gestartet bevor wir um 10:39 an Bord der Fähre gehen, jedenfalls war das die Absicht, was sich aber später als Trugschluss darstellt. An Bord der Fähre stelle ich fest, dass wir unsere Fahrradschlösser vergessen haben und Hartmut macht einen Spurt zurück an Bord, denn auch die Fährenfee meint, dass sei nicht so gut ohne. Die warten ganz entspannt, bis er pünktlich 1 Minute vor Abfahrt zurück ist.

In Assens fahren wir erstmal zum Schiffausrüster. Wir brauchen nichts, aber eine extrem dunkle Wolke und Gegrummel lassen einen Unterstand sinnvoll erscheinen. Es schüttet inklusive Hagel mal wieder 10 Minuten und auf der Strasse bilden sich tiefe Pfützen.

Auf dem Weg in die Einkaufszone checken wir die Lage bei Super Brugsen. Dort kostet das Hancock Bier nur 28 Dkr. Bei aller Liebe zum Hafenkiosk (dort kostet es 80) muss das nachher mit. Auch bei netto wird das Angebot begutachtet und nach einem kleinen Umweg zu Rema 1000 dort erste Vorräte eingekauft. Dann geht das gleiche Prozedere rückwärts. Nach dem netto-Einkauf bummeln wir die Einkaufsstraße runter und gucken in das eine oder andere Geschäft. Schließlich geht unsere Fähre zurück nach Baagø erst um 15 Uhr.

Schöne Haustür

Ich probiere in einem Laden eine Kuscheljacke von Red and Green, die mitmuss. Meine heißgeliebte Gill-Jacke hatte ich ja mit Rücksicht auf Hartmut, der die gar nicht ausstehen kann zu Hause gelassen und schon schwer vermisst.

Danach gönnen wir uns den ersten dänischen HotDog

und am Hafen sogar noch ein Eis,

bevor es gegen ordentlich Welle mit der Fähre zurück auf die Insel geht.

Dort will ich die Wäsche in den Trockner tun, aber siehe da, sie ist warm, aber trocken, sprich die Waschmaschine hat nicht gestartet. Da wir die gemeinsam nicht zum Laufen kriegen kommt die Kioskbesitzerin Marianne zur Hilfe. Man muss nach dem Waschmitteleinfüllen erneut den Startknopf drücken. Dazu ist es morgens ja nicht gekommen, weil ich 1. einen Wasch-Tap in der Maschine hatte und 2. ja gleich nach dem ersten Start auf die Fähre gesprintet bin. Also Spiel von vorn, aber da ein Teil der Wäsche später noch an der Seereling trocknet alles kein Problem.

In Anbetracht der für morgen angesagten flauen Winde mit Schauern beschließen wir, für einen weiteren Hafentag hier zu bleiben und dann am Freitag in einem Rutsch nach Bogense oder Juelsminde zu laufen. Deshalb bleiben die Fahrräder auf dem Steg, damit wir morgen nochmal über die Insel radeln können.

Zum Abendessen gibt es Hähnchenkeulen in scharfer Tomatensoße mit Porree.

Hat wieder ordentlich geweht

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Dienstag den 9. Juni 2026 Baagø – Hafentag

Hier war heute Nacht was los: gegen 1/2 4 legte sich „Ratokker“ so auf die Backe, dass auf der Pantry abgestellte Gläser unter großem Getöse Richtung Kartentisch fielen. Aber Glück gehabt, keine Scherben. Gleichzeitig hat es sintflutartig geschüttet. Ob wir wohl wach waren?

Immerhin haben wir vorher und auch nachher gut geschlafen.

Während der Nacht und im Laufe des Vormittags regnet es wiederholt. Und der Wind pustet zwischendurch auch immer ganz ordentlich – zeigen unsere Instrumente doch im Laufe des Tages noch Böen bis 15 m/s an. Aber die Sonne findet auch immer wieder ihren Weg durch die Wolken.

Während Elske nach dem Frühstück chilled arbeite ich ein wenig.

Man gewöhnt sich im Laufe eines Tages doch an so manches. Normalerweise sind 10m/s auch im Hafen schon ganz ordentlich. Da es aber den ganzen Tag mit bis zu 15m/s weht kommen einem am Abend 8 bis 10m/s richtig ruhig vor. Dabei haben wir den Vorteil, dass der Wind gedreht hat und nicht mehr von Backbord querab sondern ca. 20° bis 30° von Steuerbord.

Am Spätnachmittag wollen wir uns etwas bewegen und treffen dabei beim Hafenkiosk auf zwei Mitlieger und klönen mit Ihnen. Nach dem Abwarten eines kleinen Schauers laufen wir einmal über den Campingplatz am Hafen. Eine ganze Reihe von Wohnwagen mit großen Vorzelten. Scheinen alles Dauercamper zu sein – es ist nämlich niemand da.

An Bord gibt es als Nachmittagssnack heute mal zur Abwechselung Yoghurt.

Zum Abendessen tischt Elske Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpü auf.

Wenn uns das Wetter morgen nicht zum Weitersegeln animiert, wollen wir mit unseren Fahrrädern mit der Fähre mal nach Assens fahren.

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Montag den 8. Juni 2026 Lyø -> Baagø

Nach dem Frühstück muss Hartmut erstmal ein paar Computerprobleme bei Gotthardt klären während ich schon mal die Segel auspacke. Glück gehabt, grade bevor die Fähre kommt laufen wir aus, denn wenn die Fähre da ist, darf weder ein- noch ausgelaufen werden. Steht groß auf der Mole, hatte ich aber gar nicht gelesen.

An der Nordostecke von Lyø setzen wir Segel.

Wir laufen mit guter Fahrt gen Nordwest, baumen die Genua aus, aber dann wird der Wind deutlich weniger und es ist gräsig grau.

Überlegung: Baagø oder doch noch weiter nach Middelfart? Jedenfalls wollen wir unterwegs keine Feuchtigkeit von oben. Da uns das auf dem Weg zwischen Baagø und Middelfart aber treffen könnte, beenden wir den heutigen Segeltag auf der schönen Insel im Kleinen Belt.

Nach dem Festmachen und Aufklaren führt uns unser Gang zum Kiosk. Erstens, um das Hafengeld zu bezahlen.

Zweitens um uns jeder eine Portion von den hier wirklich gut schmeckenden Pommes zu gönnen

und Drittens, um eine Flasche Hancock Beer mit 8,1% für den heutigen Abend zu kaufen.

Abgesehen von Hafenkino-Vorstellungen einer jungen deutschen Chartercrew auf einer großen Dufour, die Backbord von uns zwei Plätze weiter festmacht und einem dänischen Einhandsegler mit einer Halberg Rassy 31, der nach vielen Versuchen einige Plätze weiter an Steuerbord festmacht verläuft der Rest des Tages unspektakulär.

Derweil sitzt vor der Mole ein Kormoran und hält Wacht.

Zum Abendbrot gibt es Steak mit geröstetem Brot und Salat.

Danach das Hancock als Schlaftrunk.

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