Hier ist schon wieder früh Action im Hafen. Ich weiß gar nicht, wohin die Leute alle so früh schon wollen, aber wir haben es in den letzten Tagen öfters erlebt, dass die ersten Boote schon wieder in den Hafen einlaufen, wenn wir beim Frühstück sitzen. Und wir frühstücken nicht erst mittags.
Auch heute kommen wir erst langsam aus den Kojen und kuscheln erst nochmal.
Hadi kämpft wieder mit seinem Wunsch, alles allein regeln zu wollen und stößt damit bei seinen Eltern auf wenig Gegenliebe (heute sollen die Sachen auf links bleiben bzw. will er das selber umkrempeln) aber beim Frühstück ist dann alles wieder im Lot. So ne Autonomiephase ist für alle Beteiligten ganz schön nervenaufreibend. Man muss fairerweise an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass Hadi im Gegensatz zu seinem Cousin jeweils geradezu lautlos ins Land der Träume eingetaucht ist. Einer so – einer so.
In Aarøsund kriegen wir einen Platz an einem festen Ausleger, „unser“ Platz am Steg Längsseite hat ein Einheimischer wieder mit Beschlag belegt. So können wir aber auch gut Ein- und Ausstauen.
Wir leihen uns nochmal das Auto der Kinder, um in Haderslev unsere Abendessenvorräte für die nächsten Tage aufzufüllen. Auf dem Rückweg verpassen wir einen Abzweiger an der örtlichen Umleitung und fahren dadurch etwas länger durch die dänische Landschaft.
Gemeinsam essen wir am Hafenkiosk noch HotDog, Pommes und Omid einen Superteller , den selbst er als guter Esser nicht schafft.
Wir hatten schon auf dem Rückweg von Haderslev beobachten können, wie sich ganz langsam ein riesiger Wolkenturm aufgebaut hat, der sich über Fünen in einem Gewitter entladen sollte. Hartmut ist fest davon überzeugt. „das kommt nicht zu uns rüber, das zieht ab“!
Dann macht sich Familie Pflughaupt-Nezam über Loppismärkte in Haderslev auf den Heimweg.
Bis über Aarø ziehen die dunklen Wolken zu uns rüber und als wir auf einen anderen Platz im Hafen verholen, weil an unserem neuen festen Ausleger noch nicht so richtig Klampen zum Festmachen vorhanden sind, sieht es so aus, als ob wir doch noch was abkriegen sollen. Beschränkt sich dann aber ab 2 ½ Tropfen.
Hartmut holt die letzten „arbeitsfreien“ Tage nach und telefoniert ausgiebig mit Finn. Dabei hat er wegen des eigentlich drohenden Regens das Büdchen fast ganz zugemacht. Im Cockpit und im Schiff steht die Luft und ich habe das Gefühl, dass er durch den Temperaturstau nicht mehr klar denken kann und nicht auf die Idee kommt, uns mal Luft zu verschaffen, während ich mich auf meiner Koje ausstrecke und nach Frischluft lechze.
Zum Abendessen gibt es dann Chicken-Wings, die wir bei Super Brugsen erstanden haben mit Salat.

Während ich abwasche und hier tippe, macht Hartmut das Vorschiff klar,

findet aber erstmal stehend im Vorluk jemanden, mit dem er dabei ausgiebig klönen kann.

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