Elske hatte gestern mal die Idee schon loszugehen. Habe ich aber interveniert, da ich für zwei Tage Hafengeld bezahlt hatte. Also Hafentag 8.
Und dieser Tag sollte für uns nochmal unter der Überschrift „Kultur“ stehen. Als erstes die Kultur in den super Sanitärräumen und nach dem Frühstück mit Brötchen von føtex dann ARoS. Nein, das ist dann nix zum Essen sondern das Aarhus Kunstmuseum.
Da ARoS Aarhus Kunstmuseum ist ein vom lokalen ArchitekturbüroSchmidt, Hammer & Lassen entworfenes Gebäude Kunstmuseummit einem Schwerpunkt auf Gegenwartskunst. Es ist eines der größten Kunstmuseen Nordeuropas. Durch seine Dachinstallation ist es ein markanter Blickfangfür die Stadt. Der Name leitet sich ab von Aros, dem alten Namen der Stadt, woraus durch Großschreibung eine Assoziationzum lateinischen Wort Ars, Kunsterzeugt wird.
ARoS ist das erste dänische Kunstmuseum, das außerhalb Kopenhagenseröffnet wurde. Seit seiner Gründung im Jahre 1859 ist es mehrmals innerhalb der Stadt umgezogen.
1847 fand sich in der dänischen Stadt Aarhus eine Gemeinschaft kunstinteressierter Bürger zusammen, die im Jahre 1859 das Aarhus Kunstmuseum gründete. Das Museum war zunächst in einem Loft des gerade neu erbauten Aarhuser Rathaus am Domkirkepladsen untergebracht. Heute befindet sich an dieser Stelle das Kvindemuseet (Frauenmuseum). Erst 1877 bezog das Kunstmuseum eigene Räumlichkeiten, die der Architekt W. Th. Walther entworfen hatte. 1891 wurde das Gebäude nach Plänen von Vilhelm Dahlerup um zwei Seitenpavillons erweitert. 1967 erfolgte der nächste Umzug in den Vennelystparken. Das neue Domizil war nach Entwürfen des Architekten C. F. Møller entstanden, der auch für Bauten der Universität Aarhus verantwortlich war.
Schon bald genügte auch das neue Gebäude nicht mehr den Vorstellungen und den ambitionierten Plänen der Museumsverantwortlichen. Zum 125. Jubiläum des Kunstmuseums im Jahr 1984 stellte der Stadtrat von Aarhus Unterstützung für einen Neubau in Aussicht, finanziell und auch materiell in Form des Geländes neben dem Konzertgebäude Musikhuset Aarhus am Puls der Stadt. Weitere Unterstützung fand das Projekt bei Mitgliedern der königlichen Familie, insbesondere Königin Margrethe II., Prinz Henrik und Kronprinz Frederik, sowie in Form einer Schenkung der Carlsberg-Stiftung. Beim Architekturwettbewerb um den Entwurf des Neubaus waren 110 Teilnehmer aus der ganzen Welt vertreten. Die Entscheidung fiel zugunsten der ortsansässigen Architekten Schmidt, Hammer & Lassen aus, die das neue Gebäude 2003 fertigstellten.

Die offizielle Eröffnung fand am 7. April 2004 in Anwesenheit der Schirmherrin Margrethe II. statt. Um der Veränderung Ausdruck zu geben, dass sich das Museum von einer kleinen Provinzeinrichtung zu einer Institution mit internationalen Ambitionen gewandelt hat, bekam das Aarhus Kunstmuseum den Namen ARoS vorangestellt.
Der würfelförmige Bau mit einer Grundfläche von 52 mal 52 Metern sowie einer Höhe von 43 Metern beinhaltet eine Gesamtfläche von 17.700 Quadratmetern, die über neun Etagen verteilt sind. Diese sind über einen spiralförmigen Treppenturm oder über den verglasten Aufzug erreichbar. Neben Ausstellungsflächen befinden sich unter anderem auch ein Auditorium, eine Bibliothek, ein Café und ein Restaurant in dem Gebäude. Auf der Dachterrasse befindet sich das weithin sichtbare und begehbare Your rainbow panorama von Olafur Eliasson.
Zu den Sammlungen des Museums gehören 1100 Gemälde, 400 Skulpturen und Installationen, 200 Videos sowie über 7000 Zeichnungen, Fotografien und Grafiken. Zur Dauerausstellung gehören die Themenbereiche Goldenes Zeitalter und Modernismus dänischer Künstler für den Zeitraum 1770 bis 1930 und internationale Gegenwartskunst ab 1980. Unter den Ausstellungsobjekten befinden sich unter anderem charakteristische Werke von Vilhelm Hammershøi, sowie Werke von Svend Wiig Hansen, Carsten Höller, Robert Jacobsen, Per Kirkeby, Arthur Køpcke, Peder Severin Krøyer und Bill Viola. Bekannt ist auch die viereinhalb Meter hohe Kolossalplastik Boy von Ron Mueck.
Ein als Experimentierzone integriertes Junior-Museum soll besonders Kindern die Kunst nahebringen und – im Wortsinne – begreifbar machen.
Seit dem 19. Juni 2026 kann man auch As Seen Below erleben, den größten Skyspace des Lichtkünstlers James Turrell in einem musealen Kontext. (aus Wikipedia).
Wir machen uns also mit unseren Fahrrädern auf den Weg zum Museum. Bevor wir jedoch zur Kasse marschieren registrieren wir uns für den Newsletter (kann man ja auch wieder abbestellen) und bekommen so 10% Rabatt auf die beiden nunmehr online gebuchten Eintrittskarten.
Unser erster Weg im Museum führt uns in den neuen Skyspace. Es handelt sich um einen Kuppelbau in dessen Mitte sich an der Decke eine Öffnung befindet. Alle Stunde wird diese Öffnung, durch die man in den Himmel schaut, mit einer Scheibe langsam verschlossen. Gleichzeitig wird die Kuppel und die Scheibe mit unterschiedlichem LED-Licht beleuchtet. Eine schon sehr beeindruckende Darbietung. Der Vorgang hat allerdings schon begonnen und wir erleben nur die Öffnung. Gut – nachher dann halt noch einmal von Anfang an.
Interessant ist auch, dass es zunächst ziemlich mucksmäuschenstill ist und die Geräuschkulissen durch die Anwesenden dann mit zunehmender Helligkeit zunimmt.

Auf unserem Weg auf das Dach schauen wir in die Ausstellung „The Populace“ von Nina Beier & John Miller herein. In dem Raum stehen Schaufensterpuppen, die Fotografien von Porträtgemälden aus alten Archiven gegenüberstehen. Da sich die Besucher zwischen den Figuren bewegen können entsteht eine ganz eigenartige Stimmung und man muss teilweise schon sehr genau hinsehen, um zwischen den Figuren und den Menschen zu unterscheiden.

Dann aber mit dem Fahrstuhl nach oben und die letzten beiden Stockwerke zu Fuss auf das Dach und in das Kunstwerk „Your rainbow panorama“ des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson. Schon ein toller Ausblick hier oben durch die regenbogenfarbigen Glaswände. Ich schaffe es trotz meiner Höhenaversion einmal ganz herum zu gehen – auch wenn ich mich dann doch eher an die Innenseite halte.

Auf der Dachterrasse weht es noch recht ordentlich. Hier muss es die letzten Tage bei dem Puster recht unangenehm gewesen sein.

Auf dem Weg abwärts schauen wir in die Ausstellungen in allen Stockwerken. So viel Kultur habe ich schon seit Jahren nicht mehr konsumiert, Elske war ja letztes Jahr schon mal hier. Einiges gefällt uns, mit anderen Dingen können wir nicht so recht etwas anfangen.


Zum Abschluss gehen wir wieder in den Skypace

und erleben jetzt einmal eine komplette hell-dunkel-hell Phase. Eine Museums-Mitarbeiterin sorgt bei Beginn dafür, dass die Leute aufhören sich zu unterhalten. Ich denke sogar daran, mein Handy auf lautlos zu stellen. Wäre seeeehr peinlich, wenn es jetzt klingeln würde.

Nach dem Museums-Besuch führt uns unser Rückweg wieder zu Starbucks für einen Iced Frappucino bevor wir wieder an Bord sind.
Zum Abendbrot gibt es kurzgebratenes Rindfleisch mit Scheidebohnen und Pellkartoffel sowie zum Nachtisch Erdbeeren.


Und geweht hat es heute auch wieder.

Views: 1