Dienstag, den 7. Juli 2026 Juelsminde – Hafentag

Wie von Petrus versprochen bläst es aus allen Knopflöchern.

Vor dem Frühstück mache ich mich einmal um den Hafen herum auf zum Bäcker um die leckeren Brötchen zu erstehen.

Nach der nur die manchmal recht heftigen Schiffsbewegungen beeinträchtigten gemütlichen Nahrungsaufnahme mache ich mich über meinen PC und Elske über die nächste Ladung Wäsche her, diesmal im Herren-WC, was ein Däne auch erstmal beanstandet. Die nächsten Male begleite ich sie dann jeweils, damit es keine Missverständnisse gibt.

Ansonsten verläuft der Tag für uns recht unspektakulär, was man von den Schiffen nicht sagen kann, die im Schwell der Hafeneinfahrt und im „neuen“ Yachthafen liegen.

Am frühen Abend mache ich einen Gang um den Hafen und treffe auf die Crew der „Amanda“, die ebenfalls in Wedel wohnen und ihren Sommerliegeplatz in Laboe haben. Sie waren mit unserem alten Freund Herbert befreundet, der vor einigen Jahren als Einhandsegler im Kleinen Belt über Bord gegangen ist. Wir trinken bei uns an Bord einen White Port mit Tonic und klönen eine Runde. Auch sie haben bislang auf ihrer Tour keine Bekannten getroffen.

Elske hatte inzwischen die angetrockneten Handtücher zum Finish an die Seereling gehängt und ihr Laken aufgehängt. Vorher hatte sie sich das wegen des Windes nicht getraut und gleichzeitig angefangen zu kochen. Das wurde dann erstmal unterbrochen und musste dann auf später warten, aber wir haben ja auch erst am späten Nachmittag gesnackt.

Unsere Wäsche ist inzwischen noch überhaupt nicht getrocknet und zieht deshalb in den Trockner in der Damentoilette um.

Zum Abendbrot gibt es dann um kurz vor ½ 10 Kassler mit Blumenkohl und Pellkartoffeln.

Bis wir dann alles an Bord ist, haben wir es nach 23 Uhr. Elske ist richtig platt und will nur noch einen großen Rum bevor sie in die Koje kippt.

Und das war der Wind heute

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Montag, den 6. Juli 2026 Aarhus –> Juelsminde

Heute soll es nun wirklich mal weiter – und zwar nach Süden – gehen. Der Wettergott ist uns aber nicht so recht hold. Zunächst regnet es nämlich.

Das soll aber gegen 10:00 vorbei sein. Also erstmal in Ruhe frühstücken.

Als wir auslaufen bekommen wir plötzlich von unserer Tochter Siiri Auslaufbilder. Richtig, Alex, den wir ja vor zwei Tagen bei Starbucks getroffen haben, hat uns gesehen, fotografiert und die Bilder an sie geschickt.

Mit den Schnellfähren haben wir heute mehr Glück. Sowohl die große Fähre nach Seeland als auch die kleine nach Samsø sind vor uns weg.

Weniger Glück haben wir mit dem Wetter. Wind genau von vorn und nur so um die 3 m/s. Also nix zum Segeln. Dafür als Ausgleich? leichter Nieselregen und eine bescheidene Sicht.

Naja, irgendwas ist ja immer. Hoffentlich kommen wir so voran, dass uns der für den Spätnachmittage angekündigte Starkwind uns nicht noch erwischt. Über Lyngby Radio wird auch für die Belte eine „gale warning“ herausgegeben.

Unterwegs schließe ich meinen Drucker an und drucke die in der Zwischenzeit eingegangenen Rechnungen, da ich in den nächsten Tagen dringend Buchhaltungsarbeiten für Siiri erledigen muss. Schon gut, wenn man einen Wechselrichter an Bord hat.

Tatsächlich dreht der Wind erst zwei Seemeilen vor unserem Ziel Juelsminde auf West und nimmt auf bis zu 8 m/s zu. Außerdem fängt es ordentlich an zu regnen.

Da in Dänemark ja mittlerweile die Ferien begonnen haben ist es in Juelsminde auch nicht mehr so leer wir vor zwei Wochen. Im „neuen“ Yachthafen gibt es nur an der Außenmole freie Plätze. Bei dem zu erwartenden Wind liegt man da aber bescheiden. Wir finden einen vernünftigen Platz im „alten“ Yachthafen, wenn auch mit dem Heck im Wind. Aber hier liegt man durch die Bebauung bei den vorhergesagten westlichen Winden eigentlich recht geschützt.

Nachdem es unterwegs schon mal einen mit Rum verlängerten Tee gegen hat, gönnen wir uns ob der Temperaturen einen Kakao.

Und wir gönnen uns unsere ins Cockpit umgeleitete Heizung, um es trocken und warm zu bekommen und trinken erstmal einen Kakao.

Elske quält mit einer ersten Ladung die Waschmaschine in der Damen-Toilette. Eigentlich ist das ja diskriminierend. Waschmaschine nur für Frauen? Welch ein altmodisches Weltbild! (Am Dienstag werde ich feststellen, dass es im Herren-Bereich auch Waschmaschine und Trockner gibt).

Zum Abendbrot gibt es Frühlingsrollen, die Elske schnell bei REMA 1000 gekauft hat.

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Sonntag, den 5. Juli 2026 Aarhus – Hafentag 7

Elske hatte gestern mal die Idee schon loszugehen. Habe ich aber interveniert, da ich für zwei Tage Hafengeld bezahlt hatte. Also Hafentag 8.

Und dieser Tag sollte für uns nochmal unter der Überschrift „Kultur“ stehen. Als erstes die Kultur in den super Sanitärräumen und nach dem Frühstück mit Brötchen von føtex dann ARoS. Nein, das ist dann nix zum Essen sondern das Aarhus Kunstmuseum.

Da ARoS Aarhus Kunstmuseum ist ein vom lokalen ArchitekturbüroSchmidt, Hammer & Lassen entworfenes Gebäude Kunstmuseummit einem Schwerpunkt auf Gegenwartskunst. Es ist eines der größten Kunstmuseen Nordeuropas. Durch seine Dachinstallation ist es ein markanter Blickfangfür die Stadt. Der Name leitet sich ab von Aros, dem alten Namen der Stadt, woraus durch Großschreibung eine Assoziationzum lateinischen Wort Ars, Kunsterzeugt wird.
ARoS ist das erste dänische Kunstmuseum, das außerhalb
Kopenhagenseröffnet wurde. Seit seiner Gründung im Jahre 1859 ist es mehrmals innerhalb der Stadt umgezogen.
1847 fand sich in der dänischen Stadt Aarhus eine Gemeinschaft kunstinteressierter Bürger zusammen, die im Jahre 1859 das Aarhus Kunstmuseum gründete. Das Museum war zunächst in einem Loft des gerade neu erbauten
Aarhuser Rathaus am Domkirkepladsen untergebracht. Heute befindet sich an dieser Stelle das Kvindemuseet (Frauenmuseum). Erst 1877 bezog das Kunstmuseum eigene Räumlichkeiten, die der Architekt W. Th. Walther entworfen hatte. 1891 wurde das Gebäude nach Plänen von Vilhelm Dahlerup um zwei Seitenpavillons erweitert. 1967 erfolgte der nächste Umzug in den Vennelystparken. Das neue Domizil war nach Entwürfen des Architekten C. F. Møller entstanden, der auch für Bauten der Universität Aarhus verantwortlich war.
Schon bald genügte auch das neue Gebäude nicht mehr den Vorstellungen und den ambitionierten Plänen der Museumsverantwortlichen. Zum 125. Jubiläum des Kunstmuseums im Jahr 1984 stellte der Stadtrat von Aarhus Unterstützung für einen Neubau in Aussicht, finanziell und auch materiell in Form des Geländes neben dem Konzertgebäude Musikhuset Aarhus am Puls der Stadt. Weitere Unterstützung fand das Projekt bei Mitgliedern der königlichen Familie, insbesondere Königin
Margrethe II., Prinz Henrik und Kronprinz Frederik, sowie in Form einer Schenkung der Carlsberg-Stiftung. Beim Architekturwettbewerb um den Entwurf des Neubaus waren 110 Teilnehmer aus der ganzen Welt vertreten. Die Entscheidung fiel zugunsten der ortsansässigen Architekten Schmidt, Hammer & Lassen aus, die das neue Gebäude 2003 fertigstellten.

Foto Wikipedia Gerd Fahrenhorst


Die offizielle Eröffnung fand am 7. April 2004 in Anwesenheit der Schirmherrin
Margrethe II. statt. Um der Veränderung Ausdruck zu geben, dass sich das Museum von einer kleinen Provinzeinrichtung zu einer Institution mit internationalen Ambitionen gewandelt hat, bekam das Aarhus Kunstmuseum den Namen ARoS vorangestellt.
Der würfelförmige Bau mit einer Grundfläche von 52 mal 52 Metern sowie einer Höhe von 43 Metern beinhaltet eine Gesamtfläche von 17.700 Quadratmetern, die über neun Etagen verteilt sind. Diese sind über einen spiralförmigen Treppenturm oder über den verglasten Aufzug erreichbar. Neben Ausstellungsflächen befinden sich unter anderem auch ein Auditorium, eine Bibliothek, ein Café und ein Restaurant in dem Gebäude. Auf der Dachterrasse befindet sich das weithin sichtbare und begehbare Your rainbow panorama von Olafur Eliasson.
Zu den Sammlungen des Museums gehören 1100 Gemälde, 400 Skulpturen und Installationen, 200 Videos sowie über 7000 Zeichnungen, Fotografien und Grafiken. Zur Dauerausstellung gehören die Themenbereiche
Goldenes Zeitalter und Modernismus dänischer Künstler für den Zeitraum 1770 bis 1930 und internationale Gegenwartskunst ab 1980. Unter den Ausstellungsobjekten befinden sich unter anderem charakteristische Werke von Vilhelm Hammershøi, sowie Werke von Svend Wiig Hansen, Carsten Höller, Robert Jacobsen, Per Kirkeby, Arthur Køpcke, Peder Severin Krøyer und Bill Viola. Bekannt ist auch die viereinhalb Meter hohe Kolossalplastik Boy von Ron Mueck.
Ein als Experimentierzone integriertes Junior-Museum soll besonders Kindern die Kunst nahebringen und – im Wortsinne – begreifbar machen.
Seit dem 19. Juni 2026 kann man auch
As Seen Below erleben, den größten Skyspace des Lichtkünstlers James Turrell in einem musealen Kontext. (aus Wikipedia).

Wir machen uns also mit unseren Fahrrädern auf den Weg zum Museum. Bevor wir jedoch zur Kasse marschieren registrieren wir uns für den Newsletter (kann man ja auch wieder abbestellen) und bekommen so 10% Rabatt auf die beiden nunmehr online gebuchten Eintrittskarten.

Unser erster Weg im Museum führt uns in den neuen Skyspace. Es handelt sich um einen Kuppelbau in dessen Mitte sich an der Decke eine Öffnung befindet. Alle Stunde wird diese Öffnung, durch die man in den Himmel schaut, mit einer Scheibe langsam verschlossen. Gleichzeitig wird die Kuppel und die Scheibe mit unterschiedlichem LED-Licht beleuchtet. Eine schon sehr beeindruckende Darbietung. Der Vorgang hat allerdings schon begonnen und wir erleben nur die Öffnung. Gut – nachher dann halt noch einmal von Anfang an.

Interessant ist auch, dass es zunächst ziemlich mucksmäuschenstill ist und die Geräuschkulissen durch die Anwesenden dann mit zunehmender Helligkeit zunimmt.

Auf unserem Weg auf das Dach schauen wir in die Ausstellung „The Populace“ von Nina Beier & John Miller herein. In dem Raum stehen Schaufensterpuppen, die Fotografien von Porträtgemälden aus alten Archiven gegenüberstehen. Da sich die Besucher zwischen den Figuren bewegen können entsteht eine ganz eigenartige Stimmung und man muss teilweise schon sehr genau hinsehen, um zwischen den Figuren und den Menschen zu unterscheiden.

Dann aber mit dem Fahrstuhl nach oben und die letzten beiden Stockwerke zu Fuss auf das Dach und in das Kunstwerk „Your rainbow panorama“ des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson. Schon ein toller Ausblick hier oben durch die regenbogenfarbigen Glaswände. Ich schaffe es trotz meiner Höhenaversion einmal ganz herum zu gehen – auch wenn ich mich dann doch eher an die Innenseite halte.

Auf der Dachterrasse weht es noch recht ordentlich. Hier muss es die letzten Tage bei dem Puster recht unangenehm gewesen sein.

Auf dem Weg abwärts schauen wir in die Ausstellungen in allen Stockwerken. So viel Kultur habe ich schon seit Jahren nicht mehr konsumiert, Elske war ja letztes Jahr schon mal hier. Einiges gefällt uns, mit anderen Dingen können wir nicht so recht etwas anfangen.

Zum Abschluss gehen wir wieder in den Skypace

und erleben jetzt einmal eine komplette hell-dunkel-hell Phase. Eine Museums-Mitarbeiterin sorgt bei Beginn dafür, dass die Leute aufhören sich zu unterhalten. Ich denke sogar daran, mein Handy auf lautlos zu stellen. Wäre seeeehr peinlich, wenn es jetzt klingeln würde.

Nach dem Museums-Besuch führt uns unser Rückweg wieder zu Starbucks für einen Iced Frappucino bevor wir wieder an Bord sind.

Zum Abendbrot gibt es kurzgebratenes Rindfleisch mit Scheidebohnen und Pellkartoffel sowie zum Nachtisch Erdbeeren.

Und geweht hat es heute auch wieder.

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Sonnabend, den 4. Juli 2026 Aarhus – Hafentag 6

Heute haben wir gut geschlafen – geht doch!

Die Sonne scheint und wir sind nicht nur spät aus den Kojen sondern auch spät mit dem Frühstücken –High Noon – fertig. Da muss ich mich richtig beeilen, um noch Fisch beim Fischhöker auf der anderen Hafenseite kaufen zu können. Hartmut hat festgestellt, dass es dort zwei Läden gibt. Das ist auch gut so, denn im ersten gibt es keine Skrubber mehr. Das sind kleine Plattfische. Es ist mit Abstand der günstigste Fisch und dabei total lecker. Der lässt sich auch gut von der Gräte abpuhlen, sodass selbst Hartmut damit kein Problem hat. Also Skrubber im 2.Laden und ein Bund Dill gekauft, hab ich nicht grade günstiger Fisch gesagt diesmal ganz schön teuer 240 Dkr für 4 Stück.

Wieder an Bord machen wir uns reisefertig fürs Kulturprogramm „Den Gamle By“. Hartmut hat an seinem Fahrrad eine Handyhalterung, um ne Route abzulesen. Die wurde heute geschont und so machen wir nen kleinen Umweg. Nachdem wir pro Nase 205 Dkr. Eintritt gelöhnt haben (haben wir nicht im Herbst noch 190 Dkr. bezahlt? Und leider gibt es in Dänemark im Gegensatz zu Schweden keine Senioren-Ermäßigungen), erkunden wir die vielen alten Gemäuer und bewundern die liebevoll zusammengetragenen Inneneinrichtungen.

Besonders Gefallen finde ich an den alten Uhren.

Und ich muss mir natürlich in der Bäckerei ein Baiser gönnen.

Auf einem Platz sind diverse „Fahrgeschäfte“ für Kinder aufgebaut, ein kleines Karussell, Schiffsschaukel, diverse Holzspielzeuge u.a. eine kleine Kegelbahn.

Das wird alles gern genutzt, weil heute viele Familien mit Kindern unterwegs sind. Das besonders hubbelige Kopfsteinpflaster ist für uns knochengeschädigten Oldies schon wirklich anstrengend zu belaufen.

Auf dem Heimweg machen wir bei Lidl Halt und gucken in eine Halle mit Sonderposten für Herren und Kinderklamotten.

In der Altstadt halten wir bei Starbucks und genehmigen uns erneut einen Iced Frappucino.

Ich gucke den vorbeiflanierenden Leuten zu und siehe da, wer kommt da anspaziert: Alex Kähler-Koch mit seinem Mann Moritz. Die habe auf dem Rückweg von der Jammerbucht in Aarhus Station gemacht und sind grade im Shoppingfieber. Sie wohnen im Lighthouse, dem höchsten Gebäude in der Hafencity, und gucken vielleicht später nochmal auf einen Drink vorbei.

An Bord bereite das Abendessen vor, brate die Skrubber und koche Tunø-Kartoffeln, die mit Dill-Dipp wieder hervorragend munden.

Ein Däne war heute Mittag so nett, mir mit Mobil-Pay am Stand Erdbeeren zu kaufen, die ich ihm dann mit baren Dänenkronen bezahlt habe.

Mobil-Pay kann man wie das schwedische Swish nur installieren, wenn man ein inländisches Konto besitzt. Da wäre doch PayPal viel internationaler und könnte auch von Ausländern problemlos genutzt werden. In Schweden haben ja sogar Bettler Swish.

Von achtern zieht es dunkel auf und taucht die Hafenkulisse in gespenstiges Licht.

War für diese Uhrzeit gar nicht angesagt.

Bei Wein und einem Brandy klingt der Tag aus.

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Freitag, den 3. Juli 2026 Aarhus – Hafentag 5

Wir haben beide schlecht geschlafen. Ich konnte wieder nicht einschlafen und hab mich von rechts nach links gedreht. Hatte ich auch meine „Abenddröhung“ 400mg Ibu+500mg Magnesium, die mir seit Wochen Tage ohne Gejaule in den Knochen beschert, vergessen. Lag mir vielleicht auch das Labskaus auf dem Magen. Man weiß es nicht, jedenfalls hab ich gegen 4 zuletzt auf die Uhr geguckt und war dann um 8:30 schon wieder wach. Hartmut hat auch die eine oder andere Stunde wach gelegen, gelesen oder gespielt. In den heftigen Böen – wir haben im Laufe des Tages in unserer geschützten Hafenecke bis 18 m/s und beim Sletterhage Leuchtfeuer werden 23m/s gemessen macht „Ratokker“ den einen oder anderen Bocksprung, was vielleicht auch unsere Nachtruhe stört. Jedenfalls sind wir beide etwas unleidlich und verschieben unseren Besuch in Den Gamle By auf den morgigen Tag.

Hartmut arbeitet, ich gammle im wahrsten Sinne des Wortes rum.

Heute Abend wollen wir aber dem Thailänder „The White Elefant“, bei dem ich im letzten Jahr mit Aleda schon lecker gegessen habe, einen Besuch abstatten und vorsichtshalber – ist ja Freitag – buche ich einen Tisch für 19 Uhr.

Als wir uns auf die Räder schwingen, springt meine Fahrradkette ab und der Mann, der alles kann hat die Kette im Nu wieder an Ort und Stelle. Einmal Händewaschen im Klubhaus und weiter geht’s.

Es bedient uns der gleiche Kellner wie letztes Jahr. Wir wollen vorab eine Suppe essen und er empfiehlt uns eine Garnelensuppe als Vorspeise. Diese Empfehlung ist top!

Ich esse dann die bewährte No. 24 (Nudeln mit Gemüse und Garnelen)

und Hartmut Ente.

Hätten gerne 2-3 Garnelen mehr sein dürfen aber ansonsten war es wieder ausgesprochen lecker. Dazu trinken wir jeder ein Singha, ein thailändisches Bier vom Fass.

In Dänemark gibt e Gott sei Dank keine Promillegrenze für Fahrradfahrer, Es liegt im Zweifel im Ermessen der Polizei, ob man fahrtüchtig ist oder nicht.

Auf dem Heimweg fahren noch einmal vorne ans Wasser. Bei dem ablandigen Wind sieht das von Land ganz harmlos aus, obwohl es ja immer noch ganz gut pustet.

Wir gönnen uns wieder noch ein Eis, ich habe gelernt und nehme diesmal nur 1 Kugel in der Waffel.

Hartmut geht mit seinem Eis schon mal an Bord, weil es hier oben im Wind ganz schön kühl ist. Ich kann meine Waffel ja nicht abstellen und versuche einhändig mein Rad zu parken und abzuschließen. Dabei kippt es mir auf die Füße und mein Zeh jault anständig. An Bord gibt es noch ein Getränk aus dem kleinen Glas und dann geht es in der Hoffnung auf eine bessere Nacht ab in die Koje.

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Donnerstag, den 2. Juli 2026 Aarhus – Hafentag 4

Heute schlafen wir beide bis nach 9.

Eigentlich wollte ich mit bei der Morgenkultur das Haarewaschen schenken, aber ich stelle fest, dass mein Rieseneis gestern im Wind wohl unbemerkt auch in die Haare gekommen ist, die ordentlich verklebt sind und auf meiner Wange sieht es aus, als ob sie pellt – ich sag nur Lemoneis.

Hartmut braucht für seinen ersten Landgang seine Regenjacke und bringt von føtex Brötchen und  stegt fläsk mit.

Für den heutigen Tag ist bis zum Nachmittag durchgehend Regen angesagt, danach nur noch Schauer. Im Laufe des Tages nimmt der Wind erst von SE/S dann SW stetig zu und selbst in unserer geschützten Hafenecke haben wir über 13 m/s an der Anzeige. Sletterhage Leuchtturm vermeldet 18 m/s und erwartet über Nacht noch mehr. Das soll auch morgen noch in gleicher Intensität anhalten und auch erst Anfang kommender Woche immer mal kurzzeitig weniger werden. Uns jagt ja nichts und hier in Aarhus wartet noch einiges darauf entdeckt zu werden. Ungewohnt sind nur die Schiffbewegungen, nachdem wir tagelang ganz ruhig gelegen haben.

So ein fauler Tag ist geradezu perfekt, um die Lackierung auf den Fussnägeln zu erneuern. Ich hatte in der Bruuns Galleri geguckt, aber dort wollte man in einem Nagelstudio 450 DKr für Pediküre mit Lack haben und dafür bin ich dann doch zu geizig. Meine Fußfee Irina zu Hause nimmt die Hälfte.

Also Lack ab, Fußbad, Pediküre, Basecoat, Ferrari-Rot und Topcoat. Damit das Prozedere nun in aller Ruhe trocknen und aushärten kann, bleibe ich heute an Bord. Nichts ist ja ärgerlicher nach solcher Prozedur als angemackter Lack auf dem großen Onkel!

Damit ich das so handhaben kann, gibt es heute aus der Bilge Labskaus. Natürlich nicht als Fertigprodukt, sondern nur die Zutaten. Lediglich die Zwiebeln, die uns dafür fehlen, muss Hartmut schnell bei føtex besorgen und außerdem bringt er ein Glas marinierten Hering dazu mit.

Mit nem erfrischenden Bier, Rotwein und Lesen klingt der anstrengende Tag aus.

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Mittwoch, den 1. Juli 2026 Aarhus – Hafentag 3

So, wie gehen wir nun weiter mit der Wetter- und Windprognose um.?

Eigentlich hatten wir heute nach Ebeltoft fahren wollen, um dort die nächsten Tage mit Regen und viel Wind zu verbringen. Bei westlichen Winden liegt man in der dortigen Marina aber doch reichlich auf der Backe und die Unterhaltungsmöglichkeiten sind hier in Aarhus auch deutlich vielfältiger, zumal hier grade auch noch Jazztage sind. Und günstiger ist es in Ebeltoft auch nicht. Also bleiben wir einfach hier!

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Wir wollten ja noch ins Gamle By, was wir im Hinblick auf die weiteren Hafentage (Donnerstag ist viel Regen angesagt) dann auch auf vermutlich Freitag verschieben. Unser Wäschefach ist gut gefüllt und ich konnte im Klubhaus keine Waschmaschine ausmachen. Kurzerhand werden Hartmuts Weinvorräte von unter seiner Vorschiffskoje in den Salon umgeräumt (er hat sage und schreibe noch 11 Flaschen Rotwein und einen 5-Litersack im Angebot) und der frei gewordene Platz für Schmutzwäsche genutzt. Klamotten haben wir noch reichlich, also muss auch noch gar nicht gewaschen werden. Lediglich unsere blauen kurzen Pelle P-Bermudas haben bei den heißen Tagen etwas „Speck“ angesetzt und werden an Bord einer Handwäsche unterzogen.

Ich mache mich per Rad auf den Weg zu Rema 1000 und kaufe Hähnchenschenkel (besonders günstig und dann auch noch lecker) und Zutaten für Tomate mit Mozzarella (sprich Caprese), was es dann zum Abendbrot gibt.

Danach tippe ich fleißig an diesem Blog, weil es einiges nachzuholen gibt und Hartmut gestern schon mal alle inzwischen geknipsten Bilder beschriftet hat.

In der Abendsonne ist es angenehm warm.

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Dienstag, den 30. Juni 2026 Aarhus – Hafentag 2

Heute wollen wir nach dem Frühstück mal in die Altstadt. Hartmut quält aber erstmal etwas den Computer für Gotthardt und ich mache mich mal über die Schmutzfangmatten im Cockpit und auf dem Motorkasten her, die nach dem letzten Wochenende doch noch so manche zusätzlichen Flecken abgekriegt haben. Mit Bürste und saptilähnlicher Fleckenseife von dm kein Problem. Auf dem Betonschlengel, der übrigens an dicken innenliegenden Pfeilern auf- und abschwimmen kann (Superpinzip und spart Pfeiler) werden die Matten abgespült und abends ist alles wieder paletti.

Diesmal nehmen wir den richtigen Weg in die Stadt, wo uns eine Fahrradstraße direkt bis zum Dom führt, dem unser erster Besuch gilt.

Als ich im Aleda im letzten Herbst hier war, war er geschlossen.

Dort lassen wir auch unsere Fahrräder und bummeln durch die wunderschöne Altstadt mit vielen kleinen netten Geschäften und Restaurants. Das Kopfsteinpflaster mögen unsere alten Knochen allerdings weniger.

Zum Abschluss gibt es bei Starbucks neben Salling erneut iced Frapuccino. Zu lecker.

Heute fahren wir einmal um den südlichen Hafen. Einfach toll, was man hier zu Stande gebracht hat.

Es gibt eine Hafenbadeanstalt

und ein Wasserskibecken

und jede Menge nette kleinere Lokale.

Bei Føtex kaufen wir fürs Abendbrot ein und verlieren uns dabei. Da ich mehrfach nachts durch mein plingendes Handy geweckt worden bin, schalte ich es seit dem nachts auf „Stummmodus“. Das vergesse ich dann morgens teilweise (Hartmut meint: meist) wieder rückgängig zu machen und so versucht Hartmut vergeblich mich mehrfach per Handy anzurufen. Er ist dementsprechend sauer, weil er auch schon einmal zu „Ratokker“ gelaufen ist und mich auch dort nicht vorgefunden hat.

Ich gelobe Besserung und koche Hähnchenschenkelfilet scharf mit Möhren, Pok Choi und du Mi-Nudeln.

Heute probiere ich seit Ewigkeiten mal wieder, ob mir nicht doch mal wieder ein Glas Weißwein bekommt. Seit dem letzten Herbst in der Toscana ging das irgendwie gar nicht mehr, aber nun klappt das wieder, ist lecker und bekommt mir gut. Nicht verkehrt, weil ja noch so manche Flasche davon in der Bilge wartet.

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Montag, den 29. Juni 2026 Aarhus – Hafentag

Heute schlafen wir erstmal lange und frühstücken in aller Ruhe.

Mittags machen wir uns mit unseren Rädern auf den Weg in die Stadt. Weil ich an einer Ecke falsch abbiege nehmen wir den äußeren Weg um den Hafen und kommen nach elender Strampelei schließlich in Marselisborg raus. So weit wollten wir eigentlich gar nicht.

Zurück in der Stadt „parken“ wir an der Rückseite von Bruuns Gallerie und laufen einmal durch das Einkaufszentrum. Das hat verloren. Also weiter in die Fußgängerzone und die einmal rauf und runter.

Unterwegs begegnen wir einem geschmückten Kipplaster, der mit großem Getöse und Gejohle frischer Abturienten durch die Stadt fährt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei uns zulassen würde, dass Leute auf einem Kipplaster durch die Gegend fahren.

Das wäre bestimmt durch die Regelungen des Personenbeförderungsgesetzes verboten. Wir kennen das ja aus Schweden auch schon und es ist mit unserem Autokorso zu vergleichen. Vor dem Rathaus wird angehalten und eine Wasserschlacht im Brunnen veranstaltet. Die jungen Leute tragen alle eine Gymnasiehue, eine Schirmmütze, die sie als Schulabsolventen ausweist. Auf deren Rückseite steht am Mützenrand der Name und auch sonst gibt es ein paar Kennzeichnungen, die Insidern etwas über die oder den Träger verraten.

Screenshot

Bei Starbucks gönnen wir uns einen iced Frapuccino , entsprechend dänisch süß aber total lecker. Beeindruckend in welchen Tempo die Mädels bei Starbucks Schlag auf Schlag die Getränke zusammenstellen. Ob die bei dem Akkord nach ‘ner Stunde abgelöst werden?

Im Kaufhaus Salling machen wir uns auf die Suche nach einer Entsorgungsmöglichkeiten und landen dabei auf der Dachterrasse. So eine geniale architektonische Anlage habe ich noch nicht gesehen. Überall Sitzmöglichkeiten, alles toll bepflanzt und ein traumhafter Blick über die Stadt.

In dem einen oder anderen Laden probiere ich Kleider, die entweder alle meine Schwachstellen betonen oder nicht vom Hocker reißen. Hartmut versucht es mit einem Gant-ähnlichen gestreiften Oberteil, dass ihm aber in der XXL-Version viel zu groß ist und das muss ja nun nicht mehr sein.

Nach 10 Tsd. Schritten machen wir uns auf den Weg zurück an Bord und essen zum Abendbrot Pfannkuchen mit Zimt und Zucker, Marmelade, Käse und Champignons. Dafür hatten wir noch alles an Bord und weil es nicht mehr so heiß ist und ich immer gleichzeitig in zwei Pfannen Pfannkuchen brate ist das alles total entspannt.

Mit etwas Muskelkater von der ungewohnten Schrittzahl fallen wir die die Kojen.

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Sonntag, den 28. Juni 2026 Hou -> Aarhus

Heute Morgen klingelt auf „Ratokker“ tatsächlich ein Wecker. Die jungen Leute wollen um 9:00 abfahren.

Gemeinsames Frühstück ist also nicht mehr drin. Aber ich kaufe schnell bei Brugsen ein Brot und es gibt Stullen für unterwegs. Joni holt das Auto wieder bis zur Schranke am Yachthafenparkplatz und es wird umgestaut.

Zurück an Bord räumen wir erst einmal auf und frühstücken dann in aller Ruhe. Danach weiter räumen, die Koje in der Segellast ausbauen und die Tür wieder einbauen.

Nach intensivem Studium der Wettersituation beschließen wir, heute noch nach Aarhus weiter zu segeln.

Gleich nach dem Auslaufen setzen wir die Segel und laufen unter Autopilot die Küste hoch gen Norden. Dann ist plötzlich der Wind nur noch auf 3 m/s. Also Motor an. Gott sei Dank hält die flaue Periode aber nur kurz an und wir können wieder segeln.

Schon von Ferne sehen wird, wie eine Schnellfähre aus Aarhus ausläuft und kurz danach eine andere Fähre einläuft. Wetten, dass die genau wieder auslaufen will wenn wir gerade im Hafenbereich ankommen? Genau- Wette gewonnen. Die Fähre soll laut Fahrplan um 16:30 auslaufen und wir sind 16:28 kurz vorm Hafen. Also Genua einrollen um Geschwindigkeit aus dem Schiff zu nehmen. Aber auch um 16:30 werden noch Autos verladen. Um nun noch an der Fähre vorbeizukommen nehmen wir den Motor zu Hilfe. Kaum sind wir um die Mole rum ….. erst ein langer und dann fünf kurze Töne. Wir fahren aber weiter. Und nun kommt aus dem inneren Hafenteil auch noch die Personen-Schnellfähre nach Samsø. Erst als die passiert hat, legt die große Schnellfähre tatsächlich ab. Warum hatte der dann aber schon seine Signale gegeben?

Geht aber alles klar und vor dem Yachthafen bergen wir dann auch das Großsegel.

Dies ist jetzt auf dieser Sommertour tatsächlich der erste neue Hafen für uns. Man sollte meinen, nach über 50 Jahren auf der Ostsee kann das eigentlich in diesem „Nahbereich“ gar nicht mehr passieren.

Wir laufen ganz in den inneren Hafen und ein Däne von einem Motorboot signalisiert uns, dass am gegenüberliegenden Schlengel ein Platz mit Sonne und Wind von achtern frei ist. Das nehmen wir gerne an. Damit liegen wir beim örtlichen Motorbootclub und die Faszilitäten im Clubhaus erweisen sich als einfach nur super.

Zum Abendbrot gibt es Frikadellen mit Erbsen und Möhren und Tunø-Pellkartoffeln.

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