Sonnabend, den 25. Juli 2026 Wewelsfleth –> Yachthafen Wedel

Bevor wir noch mit der Tide und schiebendem Wind nach Hause schippern frühstücken wir erneut in der Deichreihe.

Seit gestern Abend sind wir „eingeparkt“, aber mit Führung unserer Vorleine an Land und Abhalten des Motorbootschippers klappt unser Ableger einwandfrei.

Die Kinder winken.

Als wir durchs Sperrwerk laufen kommt das böse Erwachen. Nicht nur das es ganz ordentlich weht, nein statt West kommt der Wind fast aus Süd und beschert uns mit schwänzelnden Winden um 50 Grad zwischen 188 und 248 einen Hoch-am-Wind-Törn. Mal kann ich nicht mal Rhinplatte Süd anliegen, mal kann ich problemlos Krautsand ansteuern. Total nervig und dabei ist es ordentlich böig. Noch am Montag merke ich Muskelkater im Arm vom Reißen an der Pinne. Unterm Schwarztonnensand laufe ich bei allerbestem glatten Wasser grade noch bei einer Tiefe von 10,2m bis wir sanft aber abrupt zum Stehen kommen. Da ziemlich genau Hochwasser ist, brauchen wir unter Maschine fast 10 Minuten bis wir da wieder runter sind. Puuh, es hätte grade noch gefehlt, wenn wir zum Abschluss unser Sommertour ne Tide auf dem Schwarztonnensand verbracht hätten, zumal das so dicht am Fahrwasser sehr unangenehm hätte werden können. Das war nun schon das zweite Mal, dass ich auf dieser Sommertour auf Schiet gefahren bin. Ein Blick auf den Kartenplotter soll manchmal Wunder wirken!

Der Rest bis zum Yachthafen verläuft bis auf die Tatsache, dass es beim Segelbergen plötzlich mit 12m/s weht, unproblematisch.

Wir haben Glück und können im HYG an einem Liegeplatz vorne beim Hafenmeisterhäuschen zum Ausstauen festmachen, wo Dörte Stryi unsere Leinen entgegennimmt. Wir klönen erstmal ‘ne Runde und nehmen dann alles was irgendwie ins Auto passt mit nach Hause, weil es morgen regnen soll. Anschließend verholen wir auf unseren Liegeplatz.

Das Auto war zwar pottdreckig aber problemlos angesprungen, machte allerdings hinten seltsame Klackergeräusche, die wir nicht ergründen konnten. Der am Sonntag zur Hilfe gerufene ADAC (nicht, dass wir damit zur Werkstatt fahren und das Auto dabei erst richtig kaputt geht?) diagnostizierte Rost auf den hinteren Bremsen, der sich durch das lange Stehen in der z.T. feuchten Yachthafenluft gebildet hat. Ist unproblematisch und fährt sich ab.

Während Hartmut das Auto auslädt, gehe ich schnell auf die andere Straßenseite und kaufe etwas fürs Wochenende ein.

Dann gehen wir zu „unserem“ Türken Aytac

und essen wie immer No 9 (Scampies in Öl und Gemüse) als gemeinsame Vorspeise

und ich dann No 59 (Kleiner Dönerteller mit Pommes, Tsatsiki und Salat) und Hartmut No 71 (Mevlana Köfte: 3 Hacksteks mit Schafskäsefüllung und Salat, diesmal versehentlich mit Reis statt mit Pommes) und dazu je ein leckeres Efes (süffiges türkisches Bier).

Bevor wir Zuhause in unsere 1,40m breiten Betten verschwinden (Luxus nach 8 Wochen Koje auf „Ratokker“) genießen wir es noch, in unseren Sesseln wieder die Füße hochlegen zu können.

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