Montag, den 22. Juni 2026 Endelave – 3. Hafentag

Heute nach dem Frühstück wollen wir entscheiden, wie wir nun weiter vorgehen soll. Unsere Nachbarn wollen einen längeren Spaziergang machen und bitten uns, ihre bei uns festgemachte Achterleine zum Pfahl auszubringen, wenn wir losgehen. Gestern hatten wir bei einem kurzen Schnack erfahren, dass sie im letzten Jahr ihr Segelboot gegen das kleine Motorboot getauscht haben und noch etwas in der Umgewöhnungsphase sind. Aber das ist alles überflüssig, denn wir bleiben einen weiteren Tag hier.

Hartmut hatte bei seinem morgigen Landgang gesehen, dass es hier eine Waschmaschine und einen Trockner gibt und das sogar kostenlos. Hätte ich mal früher wissen sollen, denn da bei uns mehrere Ladungen Wäsche darauf warten, einer gründlichen Reinigung unterzogen zu werden, ist das doch mal ne Ansage. Ich hatte ja neulich mal festgestellt, dass es wesentlich entspannter ist, die Wascherei auf mehrere Tage hintereinander aufzuteilen. Noch ist die Maschine aber besetzt und eine weitere Ladung liegt schon in der Warteschleife. Letztendlich komme ich um 15:30 Uhr an die Reihe und kann grade noch verhindern, dass eine andere Deutsche mir meinen Platz streitig macht. Ich weiß nicht, woher die Leute immer die Dreistigkeit nehmen so eine offensichtliche Reihenfolge zu ihren Gunsten zu ignorieren, denn meine Wäsche stand ja eindeutig schon auf der Waschmaschine, als sie mit ihrer angekommen ist.

Das geht ja oft so weit, dass wenn es Listen für die Reihenfolge gibt, die Leute sich ‘nen Kehricht darum scheren. Deshalb ist es immer ratsam, sich ein paar Minuten vor Ende der Waschzeit an der Waschmaschine einzufinden. Die Miele ist dann auch schnell und effektiv, der Trockner daneben eine Lahmarschente. Vielleicht ist der untere Filter verstopft, aber das übersteigt meine technischen Möglichkeiten und so bin ich froh, dass Sonne und Wind auf „Ratokker“ ganze Arbeit leisten.

Während Miele wäscht habe ich aus unserem Rindfleisch ein Boeff Stroganoff ähnliches Gericht gezaubert, dass es mit Nudeln zum Abendbrot gibt.

Unsere netten dänischen Nachbarn verhelfen Hartmut auch zu einer weiteren geöffneten Rotweinflasche und – was hat er für ein Glück – auch zu einem eigenen Korkenzieher, denn sie haben zwei an Bord. Glück muss der Mensch haben. Um 20:30 Uhr gucke ich dann ein letztes Mal, ob die Wäsche nicht doch mal langsam trocken ist, aber sie muss zum Abschluss doch nochmal ne kurze Zeit auf die Leine bzw. die Seereling.

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