Heute noch einmal Brötchen aus Mariannes Hafenkiosk.
Dann wird aufgeklart, alles verstaut und segelfertig gemacht. Es sieht nämlich so aus, als wenn wir doch segeln könnten.
Nach dem Auslaufen telefonischer Kontakt mit der „Ulyssa“-Besatzung in Hørup Hov. Frage ob ein altenatives Bataviatreffen in der Dyvig geben könnte? Nö, Brigitte vermutet, dass es Werner zu warm zum Autofahren ist, außerdem sei der Weg ziemlich umständlich. Also lautet unser Ziel Lyø.
Läuft zunächst bei nordöstlichen Winden auch ganz gut aber dann schläft der Wind erst ein und dann dreht der Wind auf Südost und später auf Süd. Also 10-12 sm gegenan motoren ist auchdoof, neues Ziel auf dem anderen Bug doch in die Dyvig. Dann wird der Wind immer schwächer und die Fahrt geht auf unter drei Knoten. Also wieder Shell-Genua.

Dann haben wir wieder Wind, Dann wieder nicht – usw. Also mehrmals noch Genua ausrollen / einrollen – ausrollen.
Am Eingang vom Alsenfjord läuft es grade super und wir überlegen, ob wir vielleicht Apenrade noch einen Besuch abstatten sollten. Just in dem Moment ist der Wind aber wieder weg und die sieben Seemeilen sind uns dann zu weit. Hin und zurück gerechnet ist man schon in Sonderborg. Also doch in die Dyvig. 1966 war ich schon das erste Mal mit dem Jugendkutter „Nordwest“ in der Dyvig. Da gab es damals nur eine Steinpier vor dem Dyvig Kro, an dessen Stelle jetzt das Dyvig Badehotel steht.
Ich hatte in der Vergangenheit schon des Öfteren Positives von der Anlage in der Mjels Vig gehört.
Also biegen wir nach Steuerbord ab. Von achtern drängelt Full Speed eine deutsche Yacht und will uns schon in der Enge unbedingt an uns vorbei, was Elske geflissentlich ignoriert. Als wir in die Mjels Vig abbiegen wollen, muss er uns dann unbedingt an Steuerbord überholen, will aber auch dahin. Manche Leute müssen einfach überall als Erstes sein. Nen besseren Liegeplatz hat er dadurch aber trotzdem nicht gekriegt, denn hier gibt es reichlich freie Plätze.
Wir werden von der Hafenmeisterin in Empfang genommen und bekommen einen Platz an der Innenkante Kopf der ersten Brücke. Dadurch ist das Übersteigen natürlich super einfach.


Der Hafen macht einen netten Eindruck und ist überhaupt nicht voll. Offensichtlich scheuen viele Segler das privat gut ausgetonnte Fahrwasser.

In dem großen weißen Gebäude gibt es neben guten sanitären Anlagen eine Küche und einen großen Aufenthaltsraum.

Der Kühlschrank ist mit Bier und alkoholfreien Getränken bestückt. Bezahlt wird bar in eine Schüssel im Kühlschrank.

Auf der Terrasse gibt es viele Sitzmöglichkeiten und wer will kann sein Fleisch auf den beiden Gasgrills brutzeln.


Allerdings gibt es mehr als reichlich Fliegen, die nicht nur durch ihr impertinentes Auftreten sondern auch durch Beißen unangenehm auf sich aufmerksam machen. Trotz Mückennetz finden immer mal wieder welche ins Boot, aber bevor wir in die Koje gehen, wird nochmal Jagd gemacht und so können wir einigermaßen ungestört schlafen.
Zum Abendbrot hatte es nochmal kurzgebratenes Rindfleisch mit einem Salat gegeben.


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